Forschungsressort
»Recht«

Das Forschungsressort »Recht« widmet sich den jüdischen Aktivitäten in verschiedenen Rechtsbereichen seit dem späten 18. Jahrhundert und dem modernen juristischen Denken. Diese Zeit war geprägt von vielgestaltigen Anstrengungen zur Erlangung rechtlicher Gleichstellung auf der einen Seite und der stetigen Erfahrung von Exklusion und Entrechtung, die schließlich bis zur Vernichtung reichte, auf der anderen Seite. Vor diesem Hintergrund stehen die Lebenswelten und Gestaltungsräume der europäischen Jüdinnen und Juden in ihren Umgebungsgesellschaften im Mittelpunkt und werden auf ihre rechtshistorischen Implikationen hin untersucht.

Drei Forschungsschwerpunkte sind dabei von besonderer Bedeutung:

Unter dem Stichwort »Emanzipation« wird die Geschichte des Ringens um Anerkennung, Teilhabe und Gleichheit vor dem Gesetz in Europa anhand von ausgewählten jüdischen Juristinnen und Juristen unterschiedlicher Generationen sowie juristischen Netzwerken und Vereinigungen behandelt.

Im Schwerpunkt »Völkerrecht« wird entschlüsselt, welche Rolle jüdische Organisationen und Akteure mit ihren jeweiligen Erfahrungswelten in den europäischen Nationalstaaten oder den multinationalen Imperien seit dem 19. Jahrhundert bei der Entwicklung neuartiger Rechtselemente und -instrumente des modernen Völkerrechts spielten. Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und seinen Folgen ist dabei von herausgehobener Relevanz.

Projekte des Forschungsschwerpunkts »Wiederherstellung des Rechts nach 1945« fokussieren auf zwei thematische Kontexte: Erstens wird der Prozess des Rechtsaufbaus in Europa, das jüdische Mitwirken an der Neugestaltung von Rechtsstrukturen und der Umgang mit der Ahndung von NS-Verbrechen erforscht. Zweitens stehen Fragen von Rückerstattung, Eigentum und Erbe im Mittelpunkt des Interesses.

Forschungsressortleiterin
Dr. Elisabeth Gallas

Stellvertretener Forschungsressortleiter
N.N.