Wissenstransfer
Das Dubnow-Institut betreibt nicht nur geisteswissenschaftliche Grundlagenforschung, sondern möchte durch die Vermittlung seiner Erkenntnisse auch gesellschaftliche Differenzierungs- und Reflexionsfähigkeiten stärken. Durch die zielgruppenspezifische und qualitätsgesicherte Vermittlung wissenschaftlicher Arbeitsweisen und Ergebnisse für einen akademischen und außerakademischen Kontext sucht es aktiv den Dialog, mit dem Ziel, gesellschaftlich relevante Fragestellungen Forschungsvorhaben aufzugreifen. Das Institut ist dabei um einen sensiblen Umgang mit dem Gegenstand seiner Arbeit ebenso bemüht wie um neue Formate und Orte der Wissensvermittlung. Die Transferziele sind in einer eigenen Strategie festgeschrieben, die regelmäßig evaluiert und aktualisiert wird.
Leiterin der wissenschaftlichen Redaktion
Dr. Petra Klara Gamke-Breitschopf
Koordinator der Lehre
Dr. des. Martin Jost
Wissenschaftskommunikation
Dr. Julia Roos
Bibliothekarin
Grit N. Scheffer
Zentrale Transferbereiche und aktuelle Projekte
Publikationen
Mit einem vielseitigen, mehrsprachigen Publikationsprogramm wendet sich das Dubnow-Institut an die Öffentlichkeit und macht die vor Ort betriebene und diskutierte Forschung zugänglich. Dazu gehören rein wissenschaftliche Formate wie das zweisprachige »Jahrbuch des Dubnow-Instituts/Dubnow Institute Yearbook« oder die »Schriften des Dubnow-Instituts« für die am und in enger Verbindung mit dem Institut entstehenden Qualifikationsschriften. Die Essayreihe »toldot«, das Magazin »Jüdische Geschichte & Kultur« sowie die Einzelpublikationen adressieren dagegen die Scientific Community und die allgemein an jüdischen Themen interessierte Leserschaft. Neben dem »Digitalen Katalog«, der als Hybridpublikation kostenfrei im Internet und auf Wunsch auch als Buch verfügbar ist, verfügt das Institut mit dem Blog »Mimeo«, auf dem Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler Einblick in ihre Projekte geben, über ein ausschließlich digitales Format Die inhaltliche Aufbereitung der Publikationen obliegt der wissenschaftlichen Redaktion des Dubnow-Instituts, die hierfür eng mit externen Partnerinnen und Partnern für Fachlektorat und -übersetzung zusammenarbeitet. Mit Ausnahme des Magazins erscheinen die Institutsveröffentlichungen bei Vandenhoeck & Ruprecht in Göttingen.
Lehre
Jedes Semester bieten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Dubnow-Instituts Seminare, Übungen und das Forschungskolloquium zur jüdischen Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig an. Die Lehrveranstaltungen sind Teil des regulären Semesterprogramms des Historischen Seminars und finden in englischer oder deutscher Sprache statt. Sie sind für Studierende etwa der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie, der Philologischen sowie der Juristenfakultät und des interdisziplinären Masters European Studies am Institut für Kulturwissenschaften geöffnet. Darüber hinaus beteiligt sich das Dubnow-Institut an der Lehre der Universität Halle-Wittenberg und am Masterstudiengang Geschichte und Politik des 20. Jahrhunderts an der Universität Jena.
Veranstaltungen
Das Dubnow-Institut vermittelt die Schwerpunkte und Ergebnisse seiner Forschung in unterschiedlichen analogen und digitalen Veranstaltungsformaten und sucht neben fachlichem Austausch aktiv den Dialog mit der Gesellschaft. Die Konferenzen, Workshops, Kolloquien, die jährlich stattfindende Simon-Dubnow-Vorlesung, Vorträge, Buchvorstellungen und Filmabende werden meist in Kooperation mit regionalen, nationalen oder internationalen Partnern umgesetzt. Das Institut beteiligt sich auch an publikumswirksamen Kulturveranstaltungen wie dem Lesefest der Leipziger Buchmesse, der Langen Nacht der Wissenschaften oder der Jüdischen Woche. Dabei öffnet es nicht nur die Türen zu den eigenen Räumlichkeiten im zentral gelegenen Graphischen Viertel, sondern lädt regelmäßig zu Veranstaltungen in verschiedenen Kulturorten im Stadtraum ein und macht Wissenschaft so für alle Interessierten erfahrbar.
Bibliothek
Die Bibliothek ist eine Spezialbibliothek, die die Forschungsarbeit des Dubnow-Instituts seit seiner Gründung im Herbst 1995 unterstützt. Ihr Bestand spiegelt die Forschungsschwerpunkte des Instituts und deren Weiterentwicklung wider: Die Bibliothek ist spezialisiert auf jüdische Geschichte und Kultur ausgehend von der frühen Neuzeit bis in die Gegenwart, enthält aber auch weitere Fachgebiete wie Literatur zu Philosophie, Recht, Literaturwissenschaft, Antisemitismus u.a. Die Sammlung umfasst derzeit rund 23.000 Bände und Periodika verschiedener Sprachen, vor allem in deutscher, englischer und hebräischer Sprache, aber auch polnisch, russisch oder jiddisch (und weitere). Der Bestand enthält die Nachlassbibliothek des israelischen Historikers Jacob Toury (1915–2004), die unter der Signatur T aufgestellt wurde. Auch die Forschung der Pädagogin Annerose Kemp zu Henriette Goldschmidt steht interessierten Nutzerinnen und Nutzern zur Verfügung. Des Weiteren können zahlreiche Mikrofilme und Mikrofiche-Ausgaben eingesehen werden, so etwa das Privatarchiv Simon Dubnows.
Zeitkapsel und digitaler Raum: das Archiv der Fotografin Rita Ostrovska
Den Ausgangspunkt des Projekts des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg – Leibniz-Forschungsmuseum für Kulturgeschichte in Kooperation mit dem Dubnow-Institut bildet der mehrsprachige Teil-Vorlass zu Leben und Werk der 1953 in Kiew geborenen, 2001 nach Kassel emigrierten jüdischen Fotografin und bildenden Künstlerin Rita Ostrovska. Ihr Archiv lenkt den Blick auf Entwicklungen, Umbrüche und Zäsuren seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, konkret: auf den Zusammenbruch des Ostblocks, auf Flucht- und Migrationsbewegungen in Europa und damit korrelierende Sprachwechsel und Mehrfachzugehörigkeiten, Integration und Ausgrenzung sowie auf die Omnipräsenz des Antisemitismus.
Über die Aktualität historischer Fragen
Im Beitrag »Gegenwartsaufgaben« der Broschüre »Denklabor« erfahren Sie mehr über die Bedeutung des Wissenstransfers am Dubnow-Institut (Seite 84–87).
Neuerscheinungen
Magazin
# 08 2024/2025: Skopus
Jüdische Geschichte & Kultur. Magazin des Dubnow-Instituts
Hg. von Yfaat Weiss
Berlin 2025

