Kollaboration, Widerstand, Holocaust.
Erinnerungskonflikte am Beispiel Frankreich
donnerstags, 9.15–10.45 Uhr
Start: 15. Oktober 2026
Dubnow-Institut
Seminarsprache: Deutsch
Zwischen 1940 und 1944 stand Frankreich zunächst teilweise, dann vollständig unter deutscher Besatzung. Das Vichy-Regime kollaborierte mit den Nationalsozialisten und beteiligte sich an der Verfolgung der jüdischen Bevölkerung.
Wie an kaum einem anderen Ort verdichten sich in Frankreich die zentralen Konflikte der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust. Das Seminar begreift Frankreich daher als ein Laboratorium der europäischen Erinnerungskultur: Im Mittelpunkt stehen konkurrierende Deutungen von Kollaboration, Widerstand und Holocaust sowie ihr Wandel seit 1945.
Ausgehend von der jüdischen Erfahrung werden staatliche Erinnerungspolitik, Gerichtsprozesse, öffentliche Debatten sowie kulturelle Repräsentationen der Vergangenheit untersucht. Zudem wird beleuchtet, wie die Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit die Erinnerungskonflikte zusätzlich überlagerte und bis in die Gegenwart prägt.
Literatur: Der Seminarreader wird zu Beginn des Semesters bereitgestellt.
Teilnehmer:innen: max. 30
Für Seniorenstudium geöffnet: Nein
Einschreibung: siehe zentraler Termin des Historischen Seminars
Prüfungsleistungen: Referate in den Seminaren; Modulprüfung: Hausarbeit

