Kolloquium

Vortragsreihe: Jenseits eines »verordneten Antifaschismus« Neue Zugänge zur Geschichte der Juden in der DDR

Dozenten:
Dr. habil. Jeannette van Laak
Dr. Philipp Graf
Forschungskolloquium
Zeit: Mittwoch, 17–19 Uhr (vierzehntäglich)

In jüngster Zeit findet die Geschichte der Juden in der DDR neue akademische Beachtung. Interessierte sich die Forschung in den ersten beiden Jahrzehnten nach der Wiedervereinigung zunächst vornehmlich für die Lebenswege jüdischer Kommunisten sowie für das Verhältnis der SED zu den jüdischen DDR-Bürgern und zum Staat Israel, fragen Vorhaben neueren Datums nun nach den weniger offiziösen Aspekten wie zum Beispiel nach der Lebensrealität in den Jüdischen Gemeinden aber auch nach den individuellen Selbstentwürfen im Spannungsfeld von Sozialismus und jüdischer Herkunft. Wieder andere untersuchen die im Nachhinein überraschend gegenwärtige Präsenz des Holocaust in Literatur, Film und Bildender Kunst des Arbeiter- und Bauernstaats. Das Forschungskolloquium im Sommersemester 2017 greift dieses neue Interesse an der Geschichte der Juden in der DDR auf und gibt Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte.

 

Vorträge:

12. April 2017
»Sojourners« (Dokumentarfilm USA/D/CZ 1993)
Filmvorführung und Gespräch mit dem Koproduzenten Jeffrey M. Peck (Berlin/New York) und der Historikerin Annette Leo (Berlin)
Veranstaltungsende 19:15 Uhr

26. April 2017
Anke Kalkbrenner (Berlin)
»Leben danach« – Jüdische Kindheit im Osten Deutschlands nach 1945

3. Mai 2017
Alexander Walther (Jena)
Der Gerichtsreporter als Zeuge. Rudolf Hirsch und die verborgene Präsenz der Schoah

31. Mai 2017
Ofer Waldman (Jerusalem/Berlin)
Thomas Brasch: Ödipus oder Isaak? Eine historisch-literarische Spurensuche

14. Juni 2017
Constantin Goschler (Bochum)
Juden in der DDR – Marginalien zu einer »Fußnote der Geschichte«?

5. Juli 2017
Cathy Gelbin (Manchester)
Judentum als Provokation. Stefan Heym und die DDR

12. April bis 5. Juli 2017, mittwochs 17.15 Uhr
Dubnow-Institut