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Jüdisches Album

Fotografien von Rita Ostrovska

Rita Ostrovska, Selbstbildnis, 1993 Im russischen Restaurant »Misha’s Deli«, Washington D. C.

Kontakt:
Dr. Julia Roos
+49 341 21735-50
roos(at)dubnow.de

Die Ausstellung »Jüdisches Album. Fotografien von Rita Ostrovska« zeigt ausgewählte Fotografien der Serien »Juden in der Ukraine« und »Emigranten« in den Räumlichkeiten des Leipziger Forschungsinstituts. Sobald die Rahmenbedindungen dies wieder zulassen, kann sie im Rahmen von Veranstaltungen sowie öffentlichen bzw. angemeldeten Führungen besichtigt werden.

Die Künstlerin Rita Ostrovska wurde 1953 in Kiew geboren und studierte in Leningrad (St. Petersburg) und Kiew. Werke der renommierten Fotografin werden weltweit aus­gestellt und sind in zahlreichen Kunstsammlungen vertreten.
Von 1989 bis zu ihrer Emigration im Jahr 2001 fotografierte sie die traditionellen Orte jüdischen Lebens in der Ukraine, die »Schtetls«, und deren Veränderungen durch die massenhafte Auswanderung von Jüdinnen und Juden aus der ehemaligen Sowjet­union. Seit 1993 hielt Rita Ostrovska zudem das Leben jüdischer Emigrantinnen und Emi­granten aus der ehemaligen Sowjetunion nach ihrer Ankunft in den USA, in Israel und Deutschland mit ihrer Kamera fest. Des Weiteren dokumentierte sie die Ausreise aus der Ukraine, das Unterwegssein und das Ankommen ihrer eigenen Familie in Kassel.

Unterschiedlich motivierte Erscheinungsformen des Weggehens und neu Anfangens prägen die jüdische Geschichte seit Jahrhunderten. Eine bedeutende Welle der jüdischen Emigration setzte nach dem Zerfall des Ostblocks ein: Bis 2010 wander­ten rund anderthalb Millionen Jüdinnen und Juden aus Osteuropa vor allem nach Israel und nach Nordamerika aus. Im wiedervereinigten Deutschland wurden rund 220.000 sogenannte Kontingentflüchtlinge, vorwiegend aus der Ukraine, aufgenom­men – unter ihnen Rita Ostrovska. Mehrheitlich akademisch gebildet und ausge­stattet mit besonderen Sprachkompetenzen sowie ganz eigenen Erfahrungs- und Wissensbeständen, gingen von den Eingewanderten - wie diese Fotoausstellung zeigt - wichtige Impulse für die auch historische Beschäftigung mit den jüdischen Lebenswelten im mittleren und östlichen Europa aus.

seit November 2021
Ausstellung im Dubnow-Institut

Ausstellung im Rahmen des Projekts »Wanderndes Wissen. Wirkungen und Rückwirkungen der Emigration aus Osteuropa auf die Jüdischen Studien seit den 1960er Jahren«

Dieses wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.