Kolloquium

Dokumentarfilm »Nemt: A Language Without a People for a People Without a Language«

Programm

 

Eintritt:
Die Tickets für die Filme der Reihe werden regulär über die Passage Kinos angeboten.
Weitere Informationen

Am Mittwoch, 4. November 2026, 18 Uhr wird im Rahmen der Reihe »Sprachlandschaften« in den Passage Kinos Leipzig der englischsprachige Film »Nemt: A Language Without a People for a People Without a Language« von Michel Grosman und Izabelle Rozenbaumas (USA 2004) gezeigt (OmeU). Im Anschluss an den Dokumentarfilm folgt ein Gespräch mit der Historikerin Jurgita Verbickienė und dem Regisseur Michel Grosman. Eintrittskarten können über das Kino erworben werden.

Mehr zum Film:
Nemt ist ein Film über die Identität der jiddischen Kultur. Der Dokumentarfilm ist ein Versuch, den Stellenwert des Jiddischen in der heutigen Welt neu zu definieren. Er beleuchtet die Identität und Universalität der jiddischen Kultur, während eine der Filmemacherinnen in ihre Heimat Litauen zurückkehrt und versucht, Anhaltspunkte für eine Geschichte zu finden, die durch den Holocaust und später erneut durch den Wegzug der Familie aus der Sowjetunion unterbrochen wurde.

Mehr zur Reihe:
Die Filmreihe nimmt die sprachliche Diversität jüdischen Lebens und jüdischer Kultur zum Ausgangspunkt. Sprache ist zentraler Ausdruck von Zugehörigkeit, von Erfahrungen und Erinnerungen, ist aber auch Marker des Verlusts ganzer Lebenswelten. Gewalt, Krieg, Vertreibung und Ermordung führten Mitte des 20. Jahrhunderts auch zur Zerstörung jüdischer »Sprachlandschaften«. 

Unter vollständig veränderten Rahmenbedingungen bestand die Diversität jüdischer Sprachen nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust fort und entwickelte sich neu. Die Filme der Reihe spannen deswegen einen zeitlich weiten Bogen und stammen aus verschiedenen Jahrzehnten. Sie bieten etwa Einblick in das Fortleben des Ladino in Israel, den Niedergang der deutschen Sprache in der Bukowina nach dem Zweiten Weltkrieg, oder verhandeln Deutsch und Russisch als jüdische Sprachen in Israel von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die jüngste Gegenwart. Die Reihe versucht damit den kulturellen Reichtum aufzufächern, der im 20. Jahrhundert zum großen Teil verloren gegangen ist. 

Das von Albert Wiederspiel, dem ehem. Leiter von Filmfest Hamburg, und Yfaat Weiss, Direktorin des Dubnow-Instituts, kuratierte Format von internationalen Spiel- und Dokumentarfilmen lädt zudem ein, mit Filmschaffenden und weiteren Expert:innen über dieses Thema ins Gespräch zu kommen. Kooperationspartner sind das Internationale Graduiertenkolleg »Belongings« und Anna Artwińska, Professorin für Slawistische Literaturwissenschaft und Kulturstudien der Universität Leipzig.
 

Mittwoch, 4. November 2026, 18 Uhr
Passage Kinos Leipzig