Dokumentarfilm »Herr Zwilling und Frau Zuckermann «

Programm
Eintritt:
Die Tickets für die Filme der Reihe werden regulär über die Passage Kinos angeboten.
Weitere Informationen
Am Mittwoch, 21. Oktober 2026, 18 Uhr wird in den Passage Kinos Leipzig der Film »Herr Zwilling und Frau Zuckermann« von Volker Koepp (D 1999) gezeigt. Der Film bildet den Auftakt der Reihe »Sprachlandschaften«, die das Dubnow-Institut anlässlich des Themenjahres »Tacheles« zusammenstellt. Albert Wiederspiel und Anna Artwińska eröffnet die Reihe; nach dem Film findet ein Gespräch zwischen Jörg Deventer und Nicolas Berg statt.
Mehr zum Film:
Einst war die Stadt Czernowitz im Westen der Ukraine ein Zentrum jüdischer Kultur in der Bukowina, das über Jahrhunderte hinweg von einem Vielvölkergemisch geprägt war. Der 70-jährige Herr Zwilling und seine 91-jährige Bekannte Frau Zuckermann gehören zu den wenigen jüdischen Überlebenden der Shoah. In Volker Koepps Dokumentarfilm erzählen sie über ihre Vergangenheit und das Schicksal ihrer Angehörigen, über Kultur und Politik.
Mehr zur Reihe:
Die Filmreihe nimmt die sprachliche Diversität jüdischen Lebens und jüdischer Kultur zum Ausgangspunkt. Sprache ist zentraler Ausdruck von Zugehörigkeit, von Erfahrungen und Erinnerungen, ist aber auch Marker des Verlusts ganzer Lebenswelten. Gewalt, Krieg, Vertreibung und Ermordung führten Mitte des 20. Jahrhunderts auch zur Zerstörung jüdischer »Sprachlandschaften«.
Unter vollständig veränderten Rahmenbedingungen bestand die Diversität jüdischer Sprachen nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust fort und entwickelte sich neu. Die Filme der Reihe spannen deswegen einen zeitlich weiten Bogen und stammen aus verschiedenen Jahrzehnten. Sie bieten etwa Einblick in das Fortleben des Ladino in Israel, den Niedergang der deutschen Sprache in der Bukowina nach dem Zweiten Weltkrieg, oder verhandeln Deutsch und Russisch als jüdische Sprachen in Israel von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die jüngste Gegenwart. Die Reihe versucht damit den kulturellen Reichtum aufzufächern, der im 20. Jahrhundert zum großen Teil verloren gegangen ist.
Das von Albert Wiederspiel, dem ehem. Leiter von Filmfest Hamburg, und Yfaat Weiss, Direktorin des Dubnow-Instituts, kuratierte Format von internationalen Spiel- und Dokumentarfilmen lädt zudem ein, mit Filmschaffenden und weiteren Expert:innen über dieses Thema ins Gespräch zu kommen. Kooperationspartner sind das Internationale Graduiertenkolleg »Belongings« und Anna Artwińska, Professorin für Slawistische Literaturwissenschaft und Kulturstudien der Universität Leipzig.
21. Oktober, 18 Uhr
Passage Kinos Leipzig