Filme »Chaja und Mimi« und »Der Klang der Worte«
Eintritt:
Die Tickets für die Filme der Reihe werden regulär über die Passage Kinos angeboten.
Weitere Informationen
Am Mittwoch, 2. Dezember 2026, 18 Uhr werden im Rahmen der Reihe »Sprachlandschaften« in den Passage Kinos Leipzig zwei gezeigt : »Chaja und Mimi« von Eric Esser (D 2009/2013, OmeU) und »Der Klang der Worte« von Gerhard Schick (D 2008). Beide Regisseure sind an dem Abend anwesend und stehen für Gespräche nach den Filmen zur Verfügung.
Mehr zu den Filmen:
Die Freundinnen Chaja Florentin und Mimi Frons mussten 1934 aus Berlin nach Palästina fliehen. In einem Café in Tel Aviv erzählen sie von ihrer ambivalenten Beziehung zu Berlin.
Der Film »Der Klang der Worte«zeigt eine Gruppe älterer Menschen, die in Jerusalem ihre Gedichte auf Deutsch liest. Auch junge Israelis lernen seit Kurzem wieder Deutsch. Der Film erzählt sowohl von einer schmerzhaften Erfahrung als auch von einer nicht ganz unparteiischen Neugier.
Mehr zur Reihe:
Die Filmreihe nimmt die sprachliche Diversität jüdischen Lebens und jüdischer Kultur zum Ausgangspunkt. Sprache ist zentraler Ausdruck von Zugehörigkeit, von Erfahrungen und Erinnerungen, ist aber auch Marker des Verlusts ganzer Lebenswelten. Gewalt, Krieg, Vertreibung und Ermordung führten Mitte des 20. Jahrhunderts auch zur Zerstörung jüdischer »Sprachlandschaften«.
Unter vollständig veränderten Rahmenbedingungen bestand die Diversität jüdischer Sprachen nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust fort und entwickelte sich neu. Die Filme der Reihe spannen deswegen einen zeitlich weiten Bogen und stammen aus verschiedenen Jahrzehnten. Sie bieten etwa Einblick in das Fortleben des Ladino in Israel, den Niedergang der deutschen Sprache in der Bukowina nach dem Zweiten Weltkrieg, oder verhandeln Deutsch und Russisch als jüdische Sprachen in Israel von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die jüngste Gegenwart. Die Reihe versucht damit den kulturellen Reichtum aufzufächern, der im 20. Jahrhundert zum großen Teil verloren gegangen ist.
Das von Albert Wiederspiel, dem ehem. Leiter von Filmfest Hamburg, und Yfaat Weiss, Direktorin des Dubnow-Instituts, kuratierte Format von internationalen Spiel- und Dokumentarfilmen lädt zudem ein, mit Filmschaffenden und weiteren Expert:innen über dieses Thema ins Gespräch zu kommen. Kooperationspartner sind das Internationale Graduiertenkolleg »Belongings« und Anna Artwińska, Professorin für Slawistische Literaturwissenschaft und Kulturstudien der Universität Leipzig.
Mittwoch, 2. Dezember 2026, 18 Uhr
Passage Kinos Leipzig