Geschichte des
Institutsgebäudes

Die Geschichte des heutigen Institutsgebäudes ist eng mit der Historie des Graphischen Viertels als Herzstück der Buchstadt, die Leipzig bis zum Zweiten Weltkrieg war, verwoben.

Buchstadt Leipzig

Die gesamte Goldschmidtstraße, die ursprünglich Königsstraße hieß und erst im Jahr 1947 nach der bekannten Frauenrechtlerin und Pädagogin Henriette Goldschmidt benannt wurde, zählte zu den zentralen Standorten des Buchhändlerviertels. 1894 zog die Buchdruckerei und -binderei Oskar Leiner in das heutige Institutsgebäude. Ihr Sortiment reichte von Publikationen des Reclam-Verlages, Prospekten und illustrierten Katalogen über Broschüren, Preislisten, fremdsprachige Drucksachen hin zu Zeitungsbeilagen. 1896 übersiedelte der Musikverlag Bosworth & Co. ebenfalls in die heutige Goldschmidtstraße 28; ab 1930 war hier außerdem der D. Leiner Verlag ansässig.

Nachkriegszeit

1946 kaufte der Verlag B. G. Teubner die nicht zerstörte Druckerei Oskar Leiner. Die sowjetische Besatzungsmacht begann bald darauf mit der Demontage fast aller Maschinen. Ein Jahr später erhielt die B. G. Teubner Verlagsgesellschaft KG von der sowjetischen Militärverwaltung eine Verlagslizenz. Nach der Ausreise des Urenkels Martin Giesecke nach Westdeutschland nahm der Verlag B. G. Teubner im Jahr 1953 seine Tätigkeit in Stuttgart wieder auf. Die Leipziger Verlagsgesellschaft B. G. Teubner wurde unter staatlicher Treuhandschaft weitergeführt. Nach mehr als 40-jähriger Trennung kam es 1991 zu einer Wiedervereinigung der Teubner-Firmen. 1999 kaufte schließlich der Medienkonzern Bertelsmann den Verlag und verlegte den Sitz nach Wiesbaden.

Zu den wichtigen Programmbereichen des Teubner-Verlages gehörten wissenschaftliche Publikationen aus den Fachgebieten Altertumswissenschaft, Mathematik, Chemie, Physik, Informatik, Geografie, Ingenieurwissenschaft sowie Maschinenbau, Elektrotechnik und Bauwesen. Bis 1989 befand sich darüber hinaus die Akademische Verlagsgesellschaft Geest & Portig KG in dem Gebäude, die in der DDR zu einem der führenden Verlage für naturwissenschaftliche Fächer wurde.

Gegenwart

Nach wechselnden Mietern in den 1990er Jahren bezog schließlich im Herbst 1998 das Dubnow-Institut nach umfangreichen Umbauarbeiten die Räumlichkeiten in der Goldschmidtstraße 28.