Konferenz

The Age of Humanitarianism. Jewish and other global migrants in the Age of Humanitarianism

Jahreskonferenz des Dubnow-Instituts

 

Teilnahme
Aufgrund der begrenzten Platzkapazitäten ist eine Anmeldung zur Konferenz erforderlich.
Wenn Sie Interesse haben, an der Konferenz teilzunehmen, wenden Sie sich bitte per E-Mail an Dr. Sebastian Willert: willert(at)dubnow.de

Das 20. Jahrhundert war geprägt von Wellen jüdischer Migration und Vertreibung von globalem Ausmaß. Imperien wurden zu wichtigen Knotenpunkten für jüdische Migrant:innen, zugleich waren sie Orte der Verfolgung und Entwurzelung. Vom Untergang des Osmanischen Reiches zu Unabhängigkeitskämpfen in Afrika und Asien: koloniale Expansion und Dekolonisation, extreme Gewalt, der Holocaust, der Kalte Krieg, und tiefgreifende Veränderungen im Verständnis von Grenzen, Staatsbürgerschaft und humanitären Regimen bestimmten die Zeit vom Ersten Weltkrieg bis in die 1970er-Jahre. Während dieser langen Ära imperialer Fragmentierung zwangen Krieg, Genozid und politische Unterdrückung viele, einen neuen Anfang an fremden Orten zu suchen. Migration wurde zu einem zentralen Aspekt der modernen jüdischen und nicht-jüdischen Erfahrung. Gleichzeitig führte die Verfolgung von und Gewalt gegen andere Minderheiten weltweit zu massiver Zwangsmigration.

Unterstützungs- und Solidaritätsnetzwerke waren unerlässlich. Sie erleichterten den Zugang zu Fluchtrouten und ermöglichten Menschen, restriktive Grenzregime zu umgehen. Akteure in der Nothilfe koordinierten sich, um Reisen zu erleichtern, Dokumente zu beschaffen, Essen zu verteilen, Beschäftigung und/oder Arbeitsgenehmigungen zu sichern und bei der Ankunft zu unterstützen.

Die Jahrestagung des Dubnow-Instituts weitet den Blick auf Imperien und Migration in globaler Perspektive. Sie widmet sich den Verbindungen zwischen humanitären Netzwerken, von Graswurzelbewegungen bis zu professionellen Organisationen. Der vergleichende Ansatz bietet Raum, um zu untersuchen, wie verschiedene Regionen mit Migration und Infrastrukturen der Aufnahme und Unterstützung entwickelten. Vor diesem Hintergrund betrachtet diese Konferenz Imperien in ihrer Doppelrolle als Fluchthäfen und als Katalysatoren für Zwangsmigration.

Konzept und Organisation:
Sebastian Willert (Dubnow-Institut); Eliana Hadjisavvas (Birkbeck College); Sebastian Musch (Universität Osnabrück)

7. bis 9. Dezember 2026
Dubnow-Institut, Leipzig