Konferenz

»Reconsidering the Borderlines between Early Modern and Modern Jewish History«

Jahreskonferenz des Dubnow-Instituts

Die diesjährige Jahreskonferenz des Simon-Dubnow-Instituts widmete sich der Frage, welche Bedeutung der Frühen Neuzeit im Modernisierungsprozess der europäischen Judenheiten zukommt und wo die Grenzen zwischen Vormoderne und Moderne im Hinblick auf die Geschichte der jüdischen Lebenswelten verlaufen. Dabei wurden insbesondere zwei unterschiedliche konzeptionelle Ansätze einander entgegengestellt und vor dem Hintergrund des neuesten Forschungsstandes diskutiert: Zum einen die Auffassung, dass die moderne jüdische Geschichte mit der Haskala als einer Art von geistiger und kultureller »Revolution« erst im 18. Jahrhunderts einsetzt, zum anderen die These, dass sich jüdische Modernität bereits an Entwicklungen festmachen lässt, die teilweise viel weiter in die Geschichte zurückreichen und deren transformative Bedeutung in der Forschung unumstritten ist. Mit Fragen der Periodisierung und dem Problem der Konzeptualisierung solcher Begriffe wie »Moderne«, »Modernisierung« und »Modernität« im Kontext der Geschichte der Juden wurden zugleich zentrale Punkte im Verhältnis zwischen jüdischer und allgemeiner Geschichte angesprochen.

Die Konferenz fand in Kooperation mit dem Center for Advanced Judaic Studies der University of Pennsylvania, dem Samuel Braun Chair for the History of the Jews in Prussia an der Universität Bar Ilan und dem Center for Research on the History and Culture of Polish Jewry an der Hebräischen Universität Jerusalem statt.

2. bis 3. Juli 2006
Dubnow-Institut