Kolloquium

Imperial Education.

The Hebrew University of Jerusalem in the British Mandate Area

Programm


Veranstaltungsort und Anmeldung
Die Veranstaltung findet digital statt. Den Zugangslink zum digitalen Veranstaltungsraum veröffentlichen wir wenige Tage vor der Veranstaltung hier.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Vortrag von Adi Livny (Middlebury College, Vermont) im Rahmen des Forschungskolloquiums »Bildungswege. Neue Annäherungen an eine jüdische Hochschulgeschichte«

Wissen kam im Judentum traditionell eine große Bedeutung zu. Galt das Interesse zunächst den heiligen und rituellen Schriften, weitete es sich spätestens seit der Haskala auch auf weltliche Inhalte aus. Der Eintritt von Juden in die sich lange Zeit als christliche Korporationen verstehenden Universitäten, die Entstehung der Wissenschaft des Judentums wie auch die Gründung der gleichnamigen Hochschule 1872 waren Ausdruck eines sich wandelnden jüdischen Bildungsideals. Zugleich war der Erwerb akademischer Bildung Teil eines Säkularisierungs- und Emanzipationsprozesses.

Diese Entwicklungen verliefen keineswegs geradlinig. Fortschritt und Tradition spiegelten sich in der Frage jüdischer Gelehrsamkeit ebenso wie Teilhabe und Ausschluss. Mit der rechtlichen Gleichstellung und der formellen Zulassung von Juden zu allen Studienfächern boten Hochschulen Chancen des gesellschaftlichen Aufstiegs für Juden. Gleichzeitig waren auch diese Institutionen Orte der Ausgrenzung und Diskriminierung. Bestimmte Berufszweige blieben Juden weiterhin verwehrt.

Im Rahmen des Forschungskolloquiums soll diesen Ambivalenzen der jüdischen Geschichte am Beispiel von Hochschulen und Bildungswegen nachgegangen werden. Der Fokus liegt auf neueren Tendenzen und Methoden der Forschung wie auch des Forschungs- und Wissenstransfers.

2. Feburary 2023, 17.15 Uhr
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