Kolloquium

Forschungskolloquium: Bildungswege.

Neue Annäherungen an eine jüdische Hochschulgeschichte

Die Veranstaltung findet voraussichtlich in Präsenz statt. Bitte informieren Sie sich vor Vorlesungsbeginn über Ort, Anmeldung, die Vortragenden sowie die Termine und Themen.

Wissen kam im Judentum traditionell eine große Bedeutung zu. Galt das Interesse zunächst den heiligen und rituellen Schriften, weitete es sich spätestens seit der Haskala auch auf weltliche Inhalte aus. Der Eintritt von Juden in die sich lange Zeit als christliche Korporationen verstehenden Universitäten, die Entstehung der Wissenschaft des Judentums wie auch die Gründung der gleichnamigen Hochschule 1872 waren Ausdruck eines sich wandelnden jüdischen Bildungsideals. Zugleich war er Teil eines Säkularisierungs- und Emanzipationsprozesses. Diese Entwicklungen verliefen keineswegs geradlinig. Fortschritt und Tradition spiegelten sich in der Frage jüdischer Gelehrsamkeit ebenso wie Teilhabe und Ausschluss. Mit der rechtlichen Gleichstellung und der formellen Zulassung von Juden zu allen Studienfächern boten Hochschulen Chancen des gesellschaftlichen Aufstiegs für Juden. Gleichzeitig waren auch diese Institutionen Orte der Ausgrenzung und Diskriminierung. Bestimmte Berufszweige blieben Juden weiterhin verwehrt. Im Rahmen des Forschungskolloquiums soll diesen Ambivalenzen der jüdischen Geschichte am Beispiel von Hochschulen und Bildungswegen nachgegangen werden. Der Fokus liegt auf neueren Tendenzen und Methoden der Forschung wie auch des Forschungs- und Wissenstransfers.

Wintersemester 2022/2023, donnerstags, 17-18.30 Uhr, in der Regel jede zweite Woche
Dubnow-Institut bzw. digital