Der Nobelpreis für Literatur 1966
Nelly Sachs, S. J. Agnon und die Wege jüdischer Literatur

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Eine Dichterin, ein Dichter, zwei Sprachen, zwei Lebenswege – eine gemeinsame Geschichte: Als S. J. Agnon und Nelly Sachs 1966 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurden, ehrte die Schwedische Akademie zwei literarische Stimmen, die das kulturelle Erbe des Judentums auf je eigene Weise in die Moderne übersetzten. Nelly Sachs, die sich vor der nationalsozialistischen Verfolgung nach Schweden hatte retten können, schloss ihre Rede in Stockholm mit dem Gedicht »In der Flucht«. Agnon erinnerte daran, dass sein Werk auf den Grundlagen der jüdischen Überlieferung ruhe, zugleich aber auch von seiner intensiven Lektüre deutscher Literatur und den Erfahrungen in Europa geprägt worden sei. Literatur, Sprache und jüdische Geschichte erscheinen für beide als untrennbar miteinander verwoben.
Die Vertretung des Freistaates Sachsen in Berlin, die Staatsbibliothek zu Berlin und das Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow laden zu einem Abend ein, der den 60. Jahrestag der Preisverleihung würdigt. Die Literaturwissenschaftlerin Lina Barouch (London), der Schriftsteller Aris Fioretos (Stockholm) und Thomas Sparr, langjähriger Leiter des Jüdischen Verlags und Editor at Large für Suhrkamp (Berlin), blicken auf die Ereignisse 1966 und fragen danach, wie sich in den Werken von Agnon und Sachs jüdische und deutsche Geschichte kreuzen.
Im Blickfeld steht dabei auch der Verleger und Mäzen Salman Schocken, der vor seiner Emigration viele Jahre in Sachsen lebte und wirkte. Kaum ein anderer hat Agnons Werk so nachhaltig geprägt: Seit 1914 förderte Schocken den jungen Autor, gründete nicht zuletzt für dessen Bücher einen eigenen Verlag und veröffentlichte sie in Berlin, später in Jerusalem, Tel Aviv und New York. Jahrzehntelang setzte er sich für die internationale Rezeption Agnons ein.
Gedichte, Erzählungen und Briefe machen die Verflechtungen von Literatur-, Verlags- und Zeitgeschichte erfahrbar. Lesung und musikalische Begleitung: Assaf Levitin, Kantor im egalitären Minjan der jüdischen Gemeinde Stuttgart
Programm
Begrüßung
Prof. Dr. Achim Bonte, Generaldirektor der Staatsbibliothek zu Berlin
Grußbotschaften
Aline Fiedler, Abteilungsleiterin des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus
Prof. Dr. Yfaat Weiss, Direktorin des Leibniz-Instituts für jüdische Geschichte und Kultur - Simon Dubnow
Impuls
Dr. Caroline Jessen, Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur - Simon Dubnow
Im Anschluss kommen die Literaturwissenschaftlerin Dr. Lina Barouch (London), der Schriftsteller Aris Fioretos (Stockholm) und Thomas Sparr, langjähriger Leiter des Jüdischen Verlags und Editor at Large für Suhrkamp (Berlin), ins Gespräch über die Wege jüdischer Literatur.
Die künstlerische Begleitung des Abends erfolgt durch Assaf Levitin, Kantor im egalitären Minjan der jüdischen Gemeinde Stuttgart.
Mittwoch, 11. November 2026, 18.30 Uhr
Staatsbibliothek zu Berlin, Unter den Linden 8, 10117 Berlin
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit »Tacheles 2026« im Themenjahr der jüdischen Kultur in Sachsen statt.