30. September 2026
Berlin / Jerusalem. Schockens Gärten.
Neue Ausstellung im Dubnow-Institut

Unter dem Titel »Berlin/Jerusalem. Schockens Gärten« wird am 12. Oktober 2026, 17 Uhr eine neue Ausstellung im Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow in Leipzig eröffnet. Diese dokumentiert die Schaffung eines außergewöhnlichen Gartens in Jerusalem in den Jahren 1936 bis 1938 durch die Familie Schocken. Sie widmet sich der jüdischen Flucht und Auswanderung aus Deutschland und zeigt den Garten als Gegenort zu einer von Zerstörung geprägten Zeit.
Salman Schocken (1877–1959) baute mit seinem Bruder Simon (1874–1929) von Zwickau aus eine der modernsten Warenhausketten der Weimarer Republik auf. Dieser Erfolg ermöglichte es ihm, Kunst, Kultur und soziale Projekte zu fördern. Nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten entschieden Salman Schocken und seine Familie, Deutschland zu verlassen.
Gezwungen, das erst wenige Jahre zuvor erworbene Haus am Berliner Schlachtensee aufzugeben, beauftragte Schocken Erich Mendelsohn in Jerusalem mit dem Bau einer neuen, imposanten Wohnanlage und einer Bibliothek für seine geretteten Bücher und Handschriften. Große Aufmerksamkeit widmeten Lili und Salman Schocken in den Jahren 1936 bis 1939 dem Garten. Er bildete mit dem Haus ein sorgfältig gestaltetes, geordnetes Ganzes und wurde vor dem Hintergrund der Zerstörung in Deutschland und des Arabischen Aufstands in Palästina zu einem Gegenort auf Zeit. Mit seinen vertrauten und neuen, importierten und zur klimatischen Anpassung gezwungenen Pflanzen ist der Garten das Emblem einer Migrationserfahrung.
Zur Eröffnung findet ein englischsprachiges Podiumsgespräch »Showcasing the Archive« mit Dani Hacker (Jerusalem) und Caroline Jessen (Leipzig) über das Schocken-Archiv in Jerusalem statt. Eine Anmeldung hierzu ist erforderlich.
Die Ausstellung kann im Rahmen von kostenfreien Führungen besichtigt werden.
Termine 2026 im Überblick:
Mittwoch, 21. Oktober 2026, 13 Uhr;
Donnerstag, 5. November 2026, 14 Uhr;
Mittwoch, 11. November 2026, 13 Uhr;
Freitag, 20. November 2026, 16 Uhr;
Mittwoch, 2. Dezember 2026, 13 Uhr;
Freitag, 18. Dezember 2026, 16 Uhr
