Simon-Dubnow-Institut
für jüdische Geschichte und Kultur an der universität Leipzig

Kolloquium

Das Forschungskolloquium findet während des Semesters donnerstags meist vierzehntägig als Teil des Lehrangebots der Universität Leipzig statt. Es steht in jedem Semester unter einem anderen Leitthema, welches jeweils einen Arbeitsschwerpunkt des Instituts spiegelt. Die öffentlichen Vorträge werden in der Regel von auswärtigen Referentinnen und Referenten gehalten.

Wintersemester 2019/2020

Jaakov Blumas, untitled
Grüne unebene Fäche, davor brauen gebrochene Säulen

Grundprobleme der jüdischen und allgemeinen Geschichte der Neuzeit

 

Dozenten: Prof. Dr. Jörg Deventer, Dr. Markus Kirchhoff

Forschungskolloquium

Zeit: Donnerstag, 17.15–18.45 Uhr (vierzehntägig)

Beginn: 7. November 2019

Ort: Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow, Seminarraum EG, Goldschmidtstr. 28, Leipzig

 

Umbrüche und Neuanfänge. Juden in Staatsgründungsprozessen des 20. Jahrhunderts

 

Die Entstehung zahlreicher unabhängiger neuer Staaten gehört zu den Vorgängen, die das 20. Jahrhundert in entscheidender Weise prägten. Das Forschungskolloquium widmet sich anhand von Fallbeispielen ausgewählten, mit Nationsbildungs- und Staatsgründungsprozessen in Zusammenhang stehenden jüdischen Aspekten und Fragen.

 

Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Bildung neuer Staatswesen im mittel- und osteuropäischen Raum bis hinein in den Vorderen Orient nach dem Ersten Weltkrieg. Von besonderem Interesse sind hierbei die Konsequenzen, die sich für Juden und andere Minderheiten in den aus den Vielvölkerreichen der Habsburger, Romanovs und Osmanen hervorgegangenen neuen Staaten ergaben.

 

Einen zweiten Schwerpunkt bilden Staatsgründungen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs – und die Frage, inwiefern diese die Erfahrungen der Zwischenkriegszeit und des Holocausts reflektierten.

 

Programm

 

Vorträge

 

7. November 2019

Dietmar Müller (Leipzig)

Neue Staaten und legal activism

Anfänge des humanitären Völkerrechts und des internationalen Strafrechts

 

 

28. November 2019

Yoram Meital (Be'er Scheva)

Nation-State Formation in Egypt –

Consequences for the Jewish Community

 

 

19. Dezember 2019

Annette Weinke (Jena)

What’s Wrong with International Law?

Europäisch-jüdische Emigrantenjuristen und das humanitäre Völkerrecht, 1930–1990

 

 

16. Januar 2020

Malachi Hacohen (Durham, NC)

Imperial Peoples in an Ethno-National Age –

Jews and the Foundation of the First Republic of Austria, 1918–1920

 

 

30. Januar 2020

Jochen Böhler (Jena)

Kampf an allen Fronten –

Polen und Juden im Staatsgründungsprozess, 1918–1921

 

 

6. Februar 2020

Anna Koch (Leeds)

Der Traum vom anderen Deutschland –

Jüdische Antifaschisten und ihre Rückkehr nach 1945

 

 

Das Forschungskolloquium ist eine Kooperationsveranstaltung zwischen dem Dubnow-Institut und dem Projekt »Europäische Traditionen – Enzyklopädie jüdischer Kulturen« der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig.

 

 

Rückblick