Forschungsstipendium für eine/n Postdoktorandin/en

Am Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur e. V. an der Universität Leipzig (DI) ist ab dem 01.06.2017 ein

 

Forschungsstipendium für ein/e Postdoktorandin/en

 

zu vergeben.

 

Das Dubnow-Institut (DI) ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung, die sich der wissenschaftlichen Erforschung der jüdischen Lebenswelten vornehmlich in Mittel- und Osteuropa vom Mittelalter bis zur Gegen­wart widmet. Es vertritt diesen Gegenstand in der universitären Lehre und präsentiert die Ergebnisse seiner Forschung in unterschiedlichen Formen der akademischen und allgemeinen Öffentlichkeit.

 

Das Stipendium ist innerhalb des interdisziplinären Forschungsprojekts Recht und Erfahrung – Jüdische Juris­ten des 19. und 20. Jahrhunderts angesiedelt, in dem mittels einer Verknüpfung von erfahrungs- und ideengeschichtlichen Ansätzen Biografie, Werk und Theoriebildung sowie Resonanz ausgewählter jüdischer Juristinnen und Juristen untersucht wird. Sie konzipieren und bearbeiten ein eigenständiges Teilprojekt (Beschreibung s. u.), publizieren Ihre Forschungsergebnisse und arbeiten aktiv im Projekt- sowie Institutszusammenhang mit.

 

Dotierung:
Es handelt sich um ein Vollzeitstipendium, das mit monatlich 2.900 EUR vergütet wird.

 

Förderlaufzeit:
3 Jahre, mit der Aussicht auf Verlängerung um weitere 2 Jahre

 

Projektbeschreibung:
Juden und Recht Im Rahmen des Stipendiums soll eine Studie mit Grundlagencharakter für den Projektzusammenhang erarbei­tet werden. Im Zentrum dieser Forschungsarbeit steht die Frage nach den sozialpolitischen und kulturellen Hintergründen der hohen Anziehungskraft, die die Jurisprudenz seit der Mitte des 19. Jahrhunderts auf die sich modernisierenden Judenheiten Europas ausübte. Ziel ist es, in der Form einer Emanzipations- und Säkularisierungsgeschichte darüber Klarheit zu gewinnen, inwiefern der Kampf um gesellschaftliche Teilhabe auch vermittels des Eintritts der Juden in die juristischen Berufe erfolgte und in welcher Weise Elemente der jüdischen Bindung an das religiöse Gesetz sowie rabbinische Praktiken der Textauslegung auf den Bereich des weltlichen Rechts übertragen wurden bzw. eine Affinität zum Bereich des Rechts begünstigten. Anhand einer ausgesuchten Personengruppe, die nach Möglichkeit unterschiedliche Generationen repräsen­tiert, sowie einer entsprechenden Publikations- und Werkanalyse gilt es zu zeigen, ab wann, in welcher Form und mit welchen Motiven sich zahlreiche Juden im mittel- und osteuropäischen Raum (der Vergleich zu ande­ren Räumen ist selbstverständlich möglich) den juristischen Berufen und der Rechtswissenschaft zuwandten und hier bestimmte Bereiche besonders profilierten.

 

Voraussetzungen:
Der/Die Bewerber/in sollte über eine sehr gut abgeschlossene Promotion in einem der für das DI relevanten Fächer, insbesondere Geschichte, Judaistik, Jüdische Studien, Kulturwissenschaften, sowie über internationale Forschungserfahrung verfügen. Zudem sollten ausgewiesene Kenntnisse der Rechtswissenschaften und Rechtsge­schichte sowie der zur Durchführung des Projektes notwendigen, insbesondere osteuropäischen Fremdsprachen vorliegen.

 

Bewerbungsfrist:
Bewerbungen sind einzureichen bis zum 30.04.2017; der Beginn des Stipendiums erfolgt zum 01.06.2017.

 

Einzureichende Unterlagen:
Motivationsschreiben, Tabellarischer Lebenslauf, Publikationsliste, Hochschulabschlusszeugnisse, Promotionsurkunde (sowie Kopien relevanter Zeugnisse und Beurteilungen), Exposé des vorgesehenen Forschungsprojekts, das sich an dem oben skizzierten inhaltlichen Rahmen des Teilprojekts orientiert (max. 5 Seiten), eine aussagekräftige Veröffentlichung (Aufsatzstudie im Umfang von 20–30 Seiten).

 

Die Bewerbung ist per Post oder per E-Mail zu richten an:
Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur e. V.
Herrn Prof. Dr. Raphael Gross/Herrn Prof. Dr. Jörg Deventer
Goldschmidtstraße 28
04103 Leipzig
E-Mail: fitzpatrick@dubnow.de

 

Nachfragen zum inhaltlichen Zuschnitt des Projekts können Sie gerne an Dr. Elisabeth Gallas richten.
Für personalrelevante Rückfragen steht Ihnen Mandy Fitzpatrick zur Verfügung.

 

Das Simon-Dubnow-Institut legt Wert auf die berufliche Gleichstellung von Frauen und Männern. Bewer­bungen von qualifizierten Frauen begrüßen wir daher besonders. Menschen mit Behinderungen werden bei gleicher Eignung bevorzugt.

 

Sollten Sie die Rücksendung Ihrer Bewerbungsunterlagen wünschen, legen Sie bitte einen ausreichend großen und frankierten Rückumschlag bei. Andernfalls werden die Unterlagen nach 2 Monaten bzw. nach Abschluss des Auswahlverfahrens vernichtet.