Schriften des Simon-Dubnow-Instituts, Band 13

Susanne Zepp:

Herkunft und Textkultur.

Über jüdische Erfahrungswelten in romanischen Literaturen 1499–1627

 

 

223 Seiten mit 2 Abb., gebunden mit Schutzumschlag
Göttingen/Oakville, Conn.: Vandenhoeck & Ruprecht, 2010
ISBN 978-3-525-36991-3
Preis: 45,00 € (D)
ISBN 978-3-647-36991-4 (E-Book)
Preis: 37,99 € (D)

 

 

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Band 13 der Schriftenreihe ist eine literaturwissenschaftliche Untersuchung zum Beitrag jüdischer Kultur am Prozess der Herausbildung der Moderne in der Romania. Im Zentrum der Studie steht die Analyse von fünf Grundlagentexten, die zwischen 1499 und 1627 entstanden sind und deren Spezifik bisher entlang einer jüdischen, »neuchristlichen« oder marranischen Zugehörigkeit der Autoren interpretiert wurde: La Celestina, die Dialoghi d’amore des Leone Ebreo, der erste pikareske Roman, Lazarillo de Tormes, die Essais von Michel de Montaigne und die poetisierenden Bibelbearbeitungen João Pinto Delgados.

 

Susanne Zepp stellt den Wandel der Gattungen und die literarischen Zeugnisse jener Zeit vor dem Hintergrund der Geschichte des 16. Jahrhunderts dar. Hierbei interessieren vor allem die je unterschiedlichen Artikulationen des neuzeitlichen Individuums, das in jedem der untersuchten Beispiele auf spezifische Weise, aber stets in Auseinandersetzung mit der Heiligen Schrift und der Sphäre des Sakralen repräsentiert wird. Es wird gezeigt, dass die Entstehung des frühmodernen Subjektbewusstseins aus literaturwissenschaftlicher Sicht auch als eine Universalisierung ursprünglich partikular jüdischer Erfahrungen erklärt werden kann.