Simon-Dubnow-Institut
für jüdische Geschichte und Kultur an der universität Leipzig

Forschungsprojekt »Grenzen der Wahrnehmung«

Die Linke und der Holocaust

 

Das Vorhaben zielt auf eine kurze, mit Blick auf eine breitere Öffentlichkeit geschriebene Darstellung des Erkenntnisinteresses und der Forschungsergebnisse der Forschergruppe »Eine neue Geschichte der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung«. Im Zentrum steht die Frage, warum der Holocaust innerhalb der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung der späten 1940er-, der 1950er- und 1960er-Jahre nicht als das genozidale Zentralereignis des Zweiten Weltkriegs wahrgenommen wurde. Unmittelbar damit verbunden ist die Frage, warum die politische Linke lange Zeit allenfalls bedingt auf die faktische Beschädigung einiger ihrer bedeutendsten Kategorien und Begriffe durch den Massenmord reflektierte.

 

Im Rahmen des Vorhabens wird damit nach den Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis über den Holocaust gefragt. Wie im Gesamtprojekt wird sich den jeweiligen Konstellationen auch in diesem Vorhaben vermittels der Lebenswege von Protagonistinnen und Protagonisten aus dem Umfeld der politischen Linken genähert. Angestrebt werden dennoch keine biografischen Miniaturen; im Zentrum stehen stattdessen die geistigen und lebensweltlichen Erfahrungen der jeweiligen Personen. Ziel ist es, diese Erfahrungen ins Verhältnis zu den Entwicklungen der Zeit zu stellen und – darüber vermittelt – die historische Geltungskraft arbeiter- und gewerkschaftsbewegter Begriffe, Kategorien und Vorstellungswelten herauszuarbeiten.

 

 

Das Projekt ist Teil der von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Forschergruppe »Eine neue Geschichte der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung«.