Simon-Dubnow-Institut
für jüdische Geschichte und Kultur an der universität Leipzig

Überblick

Das Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow (DI) ist ein interdisziplinär ausgerichtetes Institut zur Erforschung jüdischer Lebenswelten in Mittel- und Osteuropa vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Die Forschungsarbeit nimmt eine gesamteuropäische Perspektive ein und schließt die Räume der jüdischen Emigration, insbesondere Israel und Amerika, mit ein.

 

Das DI ist der säkularen Tradition seines Namensgebers verpflichtet, des russisch-jüdischen Historikers Simon Dubnow (1860–1941), der als kultureller Mittler zwischen ost- und westeuropäischem Judentum wirkte. Jüdische Geschichte wird am DI stets im Kontext ihrer nichtjüdischen Umgebung betrachtet und als Seismograf allgemeiner historischer Entwicklungen verstanden.

 

Seit April 2017 steht das Institut unter der Leitung von Yfaat Weiss, Professorin für Neuere Geschichte, insbesondere jüdische Geschichte, an der Universität Leipzig und Professorin für Jüdische Geschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem. Zuvor standen ihm von 1999 bis 2014 die Historiker Professor Dan Diner und von 2015 bis Frühjahr 2017 Professor Raphael Gross vor.

 

Die Forschungsarbeit am DI ist in die drei Forschungsressorts »Politik«, »Recht« und »Wissen« untergliedert. Sie orientiert sich an einer methodisch erneuerten Politik-, Rechts- und Diplomatiegeschichte, an der Migrations- und Wissenschaftsgeschichte sowie an dem klassischen Kanon der Geistes- und Ideengeschichte und bezieht Fragestellungen der material culture, der Transfer- und Restitutionsgeschichte ein. Durch eine breite Palette von Publikationen werden die Forschungsergebnisse an ein Fachpublikum sowie eine interessierte Öffentlichkeit vermittelt. Dazu gehören unter anderem das zweisprachige, international renommierte Jahrbuch des Dubnow-Instituts/Dubnow Institute Yearbook; die Schriftenreihe; die Essayreihe toldot sowie das Magazin Jüdische Geschichte & Kultur. Die Spezialsammlung der Institutsbibliothek steht auch Studierenden und Gästen offen.

 

Eine wichtige Rolle spielt die nationale und internationale Forschungszusammenarbeit. Das DI arbeitet eng mit der Universität Leipzig sowie mit der Hebräischen Universität Jerusalem zusammen. Darüber hinaus unterhält es Kooperationsbeziehungen zu zahlreichen wissenschaftlichen Einrichtungen in Israel, den USA, Europa und Deutschland und stellt einen Ort des Austauschs für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt dar.