Überblick

Das Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur e. V. an der Universität Leipzig, benannt nach dem russisch-jüdischen Historiker Simon Dubnow (1860–1941), wurde 1995 auf der Grundlage eines Beschlusses des Sächsischen Landtages ins Leben gerufen; es ist mit der Universität Leipzig durch einen Kooperationsvertrag verbunden. Das Institut steht seit April 2017 unter der Leitung von Yfaat Weiss, Professorin für Neuere Geschichte, insbesondere jüdische Geschichte, an der Universität Leipzig und Professorin für Jüdische Geschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem. Zuvor standen ihm von 1999 bis 2014 die Historiker Professor Dan Diner und ab 2015 Professor Raphael Gross vor.


Im Zentrum der Arbeit des Simon-Dubnow-Instituts steht die Erforschung der jüdischen Lebenswelten vornehmlich in Mittel- und Osteuropa. Hierbei soll sowohl den Beziehungen der Juden in Ost und West untereinander als auch im Kontext ihrer nichtjüdischen Umwelt vom Mittelalter bis in die Gegenwart hinein nachgegangen werden. In Differenz zu Westeuropa handelt es sich hierbei vorwiegend um Zonen des Übergangs zwischen Latinität, Orthodoxie und Islam. Gegenwärtig liegt der Schwerpunkt der Forschungstätigkeit am Institut dabei auf der Zeit vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges. Die jüdische Geschichte wird dabei aus einer transnationalen, pluralistischen Perspektive betrachtet und als Seismograf der allgemeinen historischen Entwicklung verstanden.

 

In fachlicher Hinsicht orientiert sich die Arbeit am Institut an drei Forschungsansätzen: Zum einen an einer methodisch erneuerten Politik- und Diplomatiegeschichte, zum anderen an der Migrations- und Wissenschaftsgeschichte - denn Migration und Innovation stehen in enger Verbindung zueinander, sowie zuletzt an dem klassischen Kanon der Geistes- und Ideengeschichte.


Eine wichtige Rolle spielt die Forschungszusammenarbeit im nationalen und internationalen Maßstab. Das Simon-Dubnow-Institut unterhält Kooperationsbeziehungen zu zahlreichen wissenschaftlichen Einrichtungen in Israel, den USA, Großbritannien, Polen, Frankreich, Österreich und Deutschland.