Simon-Dubnow-Institut
für jüdische Geschichte und Kultur an der universität Leipzig

Geschichte

Kurzer Abriss der Entwicklungsgeschichte

 

Das Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow wurde 1995 als »Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur e.V.« auf der Grundlage eines 1994 gefassten Beschlusses des Sächsischen Landtags gegründet. Seit Mai 1996 ist es durch einen Kooperationsvertrag mit der Universität Leipzig verbunden, seit Januar 2000 als dessen An-Institut. 2018 wurde das Dubnow-Institut in die Leibniz-Gemeinschaft aufgenommen.

 

Die Ursprünge des Dubnow-Instituts gehen zurück auf die Umbrüche der Jahre 1989/90. Nach vorbereitenden Gesprächen mit dem jüdischen Historiker und Judaisten Ernst-Ludwig Ehrlich, dem katholischen Theologen Hanspeter Heinz und dem israelischen Generalkonsul Mordechai Levy setzte das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst 1995 eine national und international besetzte 13-köpfige Gründungskommission ein, die die Berliner Historikerin Stefi Jersch-Wenzel zur Gründungsdirektorin berief. Der erste Standort des Instituts befand sich in der 22. Etage des damals zur Universität Leipzig gehörenden Hochhauses am Augustusplatz. Nach einer dreijährigen Amtszeit der Gründungsdirektorin, in deren Mittelpunkt die Einrichtung einer Institutsbibliothek und der Aufbau eines Gastwissenschaftlerprogramms stand, übernahm im Jahr 1998 der Leipziger Kirchenhistoriker Günther Wartenberg die kommissarische Leitung des Instituts. Im Herbst 1998 bezog das Institut samt Bibliothek neue Räumlichkeiten in der Goldschmidtstraße 28 im Leipziger Graphischen Viertel.

 

1999 wurde der Historiker Dan Diner zum Direktor des Dubnow-Instituts berufen. Er übernahm zudem die Professur für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig und war seit 2001 zugleich Professor of Modern European History an der Hebräischen Universität Jerusalem.

Die folgenden Jahre standen im Zeichen einer kontinuierlichen räumlichen und personellen Vergrößerung. Diese Entwicklung nahm ihren Ausgangspunkt mit dem zwischen 2001 und 2004 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Internationalen Qualitätsnetzwerk (IQN) »Jüdische Geschichte im Kontext allgemeiner Geschichts- und Kulturwissenschaften« und setzte sich 2007 fort mit dem Beginn zweier großer am Dubnow-Institut angesiedelten Vorhaben: dem von der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig getragenen Projekt »Europäische Traditionen – Enzyklopädie jüdischer Kulturen« (2007–2024) und dem vom BMBF geförderten Projekt »Kommunikationsräume des Europäischen. Jüdische Wissenskulturen jenseits des Nationalen« (2007–2010).

 

Ende September 2014 wurde Dan Diner nach 15-jähriger Amtszeit in den Ruhestand verabschiedet. Nach einer sechsmonatigen Interimszeit unter der Leitung des Stellvertreters des Direktors von Jörg Deventer wurde zum 1. April 2015 der Historiker Raphael Gross als neuer Direktor des Dubnow-Instituts und Professor für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig berufen. Seit April 2017 ist die Historikerin Yfaat Weiss die Direktorin des Dubnow-Instituts und Professorin für Neuere Geschichte, insbesondere jüdische Geschichte, an der Universität Leipzig. Parallel ist sie, bereits seit 2008, Professorin für Jüdische Geschichte an der Hebräischen Universität in Jerusalem.