Simon-Dubnow-Institut
für jüdische Geschichte und Kultur an der universität Leipzig

Forschungsprojekt zur Bibliothek Max Pinkus’

»Zugang zu Schlesiens Seele« – Die Bibliothek Max Pinkus’ in Neustadt OS.

 

Die Studie widmet sich dem Schicksal der sogenannten »Schlesierbücherei« des deutsch-jüdischen Textilfabrikanten Max Pinkus (1857–1934) aus Neustadt OS, die in den 1930er Jahren unter Druck im nationalsozialistischen Deutschland an öffentliche Bibliotheken verkauft, im Laufe des Zweiten Weltkriegs und in den Wirren der Nachkriegszeit sodann weiterer Zerstreuung und Zerstörung ausgesetzt war. Im Fokus werden die Bedeutungsverlagerungen stehen, die sich u.a. aus den Besitz- und Raumverschiebungen der Sammlung ergaben, aber auch den unterschiedlichen Formen der Erinnerung an die Bibliothek und ihre symbolische Aufladung nach der Katastrophe des Holocaust und den fundamentalen politischen Veränderungen der Region nach 1945. Zudem wird es darum gehen, die Wege von erhaltenen Büchern aus der Sammlung zu rekonstruieren und ihren Verbleib festzustellen, der wiederum über neue Kontexte und damit neue Bedeutungszusammenhänge Aufschluss gibt.

 

 

Forschungsprojekt im Rahmen des von der Beauftragen der Bundesregierung für Kultur und Medien geförderten Projekts »Materielle Spuren deutsch-jüdischer Lebenswelten des östlichen Europa: Buchsammlungen und Bibliotheken nach dem Zweiten Weltkrieg«