Simon-Dubnow-Institut
für jüdische Geschichte und Kultur an der universität Leipzig

Wanderndes Wissen

Michael Bensman, Biographie 1983-90/Akte Nr. 1529, 2010.

Wirkungen und Rückwirkungen der Emigration aus Osteuropa auf die Jüdischen Studien seit den 1960er Jahren

 

Das Projekt widmet sich der jüdischen Emigration aus der Sowjetunion und weiteren ostmittel- und osteuropäischen Ländern zwischen den 1960er und 1990er Jahren und untersucht die Wirkungen und Rückwirkungen der Auswanderungswellen auf die Jüdischen Studien in den USA, Israel und Deutschland.

 

Jüdische Emigrantinnen und Emigranten aus dem östlichen Europa prägten den Wandel, den die Erforschung und Dokumentation der jüdischen Geschichte und Kultur Osteuropas in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfahren hat, entscheidend mit. Es wird unter anderem der Frage nachgegangen, welche Impulse die emigrierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den Forschungen ihrer Zielländer als auch Herkunftsländer seit den 1960er Jahren setzten. Zudem soll ihr wissenschaftliches Wirken, das zur Entstehung neuer Forschungseinrichtungen zur jüdischen Geschichte und Kultur in Osteuropa seit der politischen Wende 1989/1990 führte, herausgearbeitet werden.

 

Das Verhältnis von Wissen und Migration wird im Rahmen einer Ringvorlesung und einem wissenschaftlichen Workshop mit namhaften Expertinnen und Experten unter anderem aus den USA, Israel und Osteuropa ausgelotet. Die Forschungsergebnisse des Projektes werden sowohl im Jahrbuch des Dubnow-Instituts veröffentlicht als auch im Rahmen einer neu konzeptualisierten Dauerausstellung präsentiert.

 

Biographie 1983-90/Akte Nr. 1529, 2010

 

1983 richtete Michael Bensman eine Ausstellung mit Installationen und Assemblagen in Moskau aus. Mitarbeiter des Komitees für Staatssicherheit (KGB) demontieren und konfiszierten Werke dieser Ausstellung, u.a. das Triptychon »Biographie« und verhörten Bensman. Über das Versteck eines Moskauer Freundes gelangte es Jahre später zu dem dann bereits in Deutschland lebenden Künstler zurück.

Die Kofferdecke des 2010 gestalteten Kunstbuches ist zentraler Teil des Triptychons "Biographie", das den Opfern der Stalinistischen Säuberungen, die in den Arbeitslagern (GULAG) umkamen, gewidmet ist.

Das Kunstbuch besteht aus Kopien von Dokumenten des Zentralarchivs des Ministeriums für Sicherheit der Russischen Föderation (ZA MBRF). Diese enthalten Angaben über Personen, die von 1934 bis 1940 der UdSSR wegen falscher politischer Beschuldigungen erschossen oder verurteilt wurden. Sie sind Teil einer größeren Rehabilitierungsarbeit des Archivs seit 1990.

Ansprechperson

Projekte

Veranstaltungen

Im Rahmen des Projekts findet im Wintersemester 2020/2021 die digitale Vortragsreihe »Let My People Go! Jüdische Emigration aus Osteuropa seit den 1960er Jahren« statt.

Finanzierung

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.