Workshops

Diese themenspezifischen, meist ein- bis zweitägigen Begegnungen finden mehrfach im Jahr, zum Teil in Kooperation mit externen Organisatoren, im Institut statt.

 

 

19.–20. Juni 2017

Jewish History and Culture in the Early Modern World

New Perspectives in Research, Exhibitions and Digitalization 

 

Workshop in cooperation with the Leibniz Institute for the History and Culture of Eastern Europe (GWZO)

 

During the last years, a shift in paradigms has emerged in research on the history, culture, and religion of the European Jewries in the premodern era. On the one hand, research approaches and methods as such are considering new perspectives. On the other, online cataloguing and digitization of sources as well as new forms of dissemi-nation are increasing their impact in the field. »Recovering the Records of European Jewry: The Pinkassim Project« is a case in point. It is dedicated to digitizing the minute books (Pinkassim) of Jewish communities in Ashkenazic Europe and to open them up for research. As historical source materials still barely evaluated and tapped in a systematic fashion by more recent scholarship, the Community Pinkassim are in a position to further the better understanding of Jewish history and culture in premodern Europe to a special degree.

 

Against this backdrop, the workshop pursues the goal of making a kind of inventory of current approaches in research from which new perspectives can emerge on Jewish history in the Early Modern Era in its European and also transcultural interrelations beyond the research tradition shaped by the nation-state. The intention is to bring scholars in diverse disciplines, curators of Jewish museums and research associates working in Digital Humanities projects together for discussion. In this shared context, the possibility will be opened up to explore the potential of current thematic approaches for their visualization in museums and for web portals and digitization projects. The workshop thus also aims at furthering the formation of networks between representatives of the spheres of research, exhibitions and eHumanities.

 

Programm


Veranstaltungsort:
Simon-Dubnow-Institut
Veranstaltungsraum 

 

Teilnehmerinnen und Teilnehmer: Cornelia Aust (Mainz), Lukas Clemens (Trier), Jörg Deventer (Leipzig), Maria Diemling (Canterbury), Jürgen Heyde (Leipzig), Debra Kaplan (Ramat Gan), Yvonne Kleinmann (Halle/Saale), Philipp Lenhard (München), Anna Michaowska-Mycielska (Warschau), Jörg Müller (Trier), Lucia Raspe (Frankfurt a. M./Berlin), Olga Sixtová (Prag), Joshua Teplitsky (Stony Brook, N. Y.), Jurgita Verbickiene (Vilnius), Hanna Zaremska (Warschau), Nimrod Zinger (Be'er Sheva)

 

Um Anmeldung wird gebeten bis 12. Juni: rudolph(at)dubnow.de

 

 

 

26. Juni 2017

Juristische Zeugenschaft von NS-Verfolgten

Quellen, Kontexte, Deutungen

 

Zahlreiche jüdische wie nichtjüdische Verfolgte sahen in der juristischen Ahndung der nationalsozialistischen Verbrechen eine Möglichkeit, Taten und Verantwortliche öffentlich zu benennen, von ihren Erfahrungen zu sprechen und der Opfer zu gedenken. Die in Europa und Israel durchgeführten Ermittlungen und Strafverfahren haben daher eine kaum überschaubare Anzahl von Aussagen und Berichten von Überlebenden hervorgebracht. Status und Wert dieses Materials werden seit Langem unterschiedlich eingeschätzt. Mit dem interdisziplinären Workshop soll überprüft werden, inwieweit die Aussagen solcher »Opferzeugen« unser Wissen über den Nationalsozialismus und über die Formen des Sprechens und Erinnerns von Verfolgten in den verschiedenen Nachkriegsjahrzehnten und Erinnerungsgemeinschaften erweitern können. Dafür ist eine Diskussion methodischer Zugänge und Fragestellungen notwendig.

 

Wichtig erscheint erstens, die Strafverfahren als Entstehungsraum der Zeugnisse ernst zu nehmen und damit auch das juristische Setting als Ort einer gemeinsamen Sprachfindung von Zeugen und Juristen über den Holocaust zu untersuchen. Zweitens soll gefragt werden, welcher Gebrauch von diesen Zeugnissen aktuell gemacht wird, welche Interpretationsansätze es gibt und inwieweit sie uns helfen können, Fragen zur Verfolgungs- und Nachkriegsgeschichte zu beantworten. Drittens geht es um Verbindungen zwischen den Zeugnissen aus dem juristischen Kontext und anderen Formen der Zeugenschaft des Holocaust. Dazu gehört auch die Frage, ob die spezifischen Anforderungen der juristischen Zeugenschaft Spuren in anderen Formen des Sprechens über den Holocaust hinterlassen haben.

 

Programm


Veranstaltungsort:
Simon-Dubnow-Institut
Veranstaltungsraum 

 

Teilnehmerinnen und Teilnehmer: Nicolas Berg (Leipzig), Sara Berger (Rom), Elisabet Gallas (Leipzig), Jan Gerber (Leipzig), Laura Jockusch (Waltham, Mass.), Aurélia Kalisky (Berlin), Dagi Knellessen (Leipzig), Éva Kovacs (Wien), Ralf Oberndörfer (Berlin),Kristin Platt (Bochum), Katharina Stengel (Leipzig/Frankfurt a. M.), Katrin Stoll (Warschau)

 

Um Anmeldung wird gebeten bis 12. Juni: knellessen(at)dubnow.de