2001/2005 »Jüdische Kapitel der Leipziger Universitätsgeschichte – Biographien, Fächer, Epochen«

Mit Blick auf das sechshundertjährige Gründungsjubiläum der Universität Leipzig im Jahr 2009 folgte die Ausstellung des Instituts den Wegen ihrer jüdischen Wissenschaftlern und Studenten durch die Jahrhunderte. Die Leipziger Universität, im 19. Jahrhundert eine der führenden deutschen Universitäten, eignet sich besonders als Anknüpfungspunkt einer integrierten deutsch-jüdischen Geschichte. Akademische Bildung hatte insbesondere im 19. Jahrhundert einen zentralen Platz im deutsch-jüdischen Selbstverständnis und ging mit hohem Sozialprestige einher. Die deutschen Universitäten spielten im 19. Jahrhundert innerhalb des internationalen Wissenschaftssystems eine führende Rolle. Studenten und Wissenschaftler zog es aus ganz Europa und sogar aus Nordamerika an deutsche Hochschulen, darunter auch nach Leipzig. Schon seit dem 18. Jahrhundert prägten auch Juden auf unterschiedlichen Ebenen das Profil der Leipziger Universität. Aus ihrer Studentenschaft gingen bedeutende Wissenschaftler, Rabbiner und Personen des öffentlichen Lebens hervor.

 

Die unter der Federführung von Stephan Wendehorst konzipierte Ausstellung vermittelte einen Einblick in ein bisher wenig erforschtes Gebiet der neueren jüdischen Geschichte und gleichzeitig in unterschiedliche Felder der allgemeinen Geschichte, der weit über den Kontext der Leipziger bzw. sächsischen Wissenschaftsgeschichte hinausreicht. Die Präsentation der Ausstellung, die sich aus insgesamt achtzehn Kapiteln zusammensetzte, erfolgte sukzessive in Abständen von mehreren Monaten. Je drei Kapitel wurden gleichzeitig vorgestellt und den Oberthemen »Biographien«, »Fächer« und »Epochen« zugeordnet. Die Autorinnen und Autoren der einzelnen Ausstellungsteile waren Mitarbeiter des Instituts, Gastwissenschaftler, Dozenten der Universität Leipzig sowie externe Wissenschaftler. Die einzelnen Abschnitte der Wechselausstellung wurden in den Jahren 2002 und 2003 in den Räumen des Instituts gezeigt.