Latenz. Blinde Passagiere in den Geisteswissenschaften

 

 

Herausgegeben von

Hans Ulrich Gumbrecht und Florian Kinger

 

 

313 Seiten mit 22 Abb., kartoniert

Göttingen/Oakville, Conn.:

Vandenhoeck & Ruprecht, 2011

ISBN: 978-3-525-30023-7

Preis: 55,00 € (D)

 

 

 

 

 

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Dieser von Hans Ulrich Gumbrecht und Florian Klinger herausgegebene Sammelband vereint zwanzig Reaktionen internationaler Vertreter der Geisteswissenschaften zu der erst ansatzweise entfalteten Kategorie der »Latenz«. Mit Beiträgen von Carolyn Abbate, Vincent Barletta, Horst Bredekamp, Roger Chartier, Dan Diner, Hans-Ulrich Gumbrecht, Robert Pogue Harrison, Anselm Haverkamp, Florian Klinger, Marília Librandi Rocha, Winfried Menninghaus, Joan Ramon Resina, Henning Ritter, Eelco Runia, Arbogast Schmittt, Bernhard Siegert, Peter Sloterdijk, Joseph Vogl, David E. Wellbery, Michel Zink.

 

Die Dimension von »Latenz« ist zu einer wichtigen Kategorie der Reflexion in den Geisteswissenschaften geworden. »Latente« Phänomene sind solche, deren Existenz und Präsenz wir uns sicher sind, ohne dabei genau zu wissen, wo sich sich befinden und worin sie bestehen. Was latent ist, kann uns gegenüberstehen, ohne dass wir seiner Erscheinung gewahr sind. Dabei ist der Status der Latenz nicht zu verwechseln mit Freuds Begriff der »Verdrängung«, da keine unmittelbaren Schlussfolgerungen über dasjenige möglich sind, was aus bestimmten Gründen aus unserem Wahrnehmungsbereich verschwunden ist. Schließlich – und auch hierin besteht ein Unterschied zur »Verdrängung« – birgt der Begriff der »Latenz« kein Versprechen einer letzten Offenbarung. Was seit Jahrzehnten oder einem ganzen Jahrhundert bis heute latent geblieben ist, mag dies für immer bleiben.

 

In dem Sammelband wird versucht, die Kategorie der »Latenz« so unterschiedlich und vielseitig wie möglich auszudifferenzieren, mit dem Ziel, eine neue Pragmatik der Verwendung des Begriffs zu formulieren.

 

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