Schriften des Simon-Dubnow-Instituts, Band 9

Olaf Terpitz:

Die Rückkehr des Štetl.

Russisch-jüdische Literatur der späten Sowjetzeit

 

 

 

307 Seiten mit 5 Abb., gebunden mit Schutzumschlag

Göttingen: Vandenhock & Ruprecht, 2008 

ISBN 978-3-525-36987-6

Preis: 52,00 € (D)

 

 

 

 

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Der 9. Band der Reihe »Schriften des Simon-Dubnow-Instituts« von Olaf Terpitz untersucht einen der bekanntesten Topoi der russisch-jüdischen Geschichte, den des Štetl. Die Analyse bezieht sich dabei aber gerade nicht auf die häufig zum Thema gemachten 1920er Jahre, sondern auf die Ära der späten Sowjetzeit. In diesem Kontext gewinnt der Autor seine Erkenntnisse weniger an Texten nostalgischer Rückbesinnung als vielmehr an einem theoretisch wie literarisch reflektierten Diskurs, der eine sehr spezifische kulturelle sowjetisch-russische Gegenwartsbedeutung aufweist.

Der Verfasser verbindet somit eine historische Einordnung des Štetl-Diskurses mit einer literaturwissenschaftlichen Interpretation einer Reihe von Schlüsseltexten dieser Ära, zu denen vor allem Anatolij Rybakovs Roman »Schwerer Sand«, die Erzählungen »Zigeunerlager« und »Jahrmarkt« von Boris Jampol'skij, die Romane von Grigorij Kanovi? und die von Oleg Jur'ev zählen. Der an den Texten dieser Autoren untersuchte Diskurs verlief in Abgrenzung zum Dogma kommunistischer Gleichheitsvorstellungen, in Auseinandersetzung mit der russischen Kultur und reflektierte literarisch ihr Selbstverständnis als Juden.