Simon-Dubnow-Institut
für jüdische Geschichte und Kultur an der universität Leipzig

Schriften des Dubnow-Instituts, Band 31

Natasha Gordinsky

»Ein elend-schönes Land«

Gattung und Gedächtnis in Lea Goldbergs hebräischer Literatur

 

Aus dem Hebräischen von Rainer Wenzel

 

 

 

 

 

241 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag

Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2019

ISBN: 978-3-525-37081-0

Preis: 45,00 € (D)

 

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Lea Goldberg zählt zu den wichtigsten Stimmen in der hebräischen Poesie des 20. Jahrhunderts. Die junge Dichterin kam 1935 aus Litauen nach Palästina und erprobte sich in den ersten zehn Jahren nach ihrer Einwanderung in allen Hauptgattungen des literarischen Schreibens – Lyrik, Prosa, Essay, Publizistik und literarische Übersetzung. Die vorliegende Monografie widmet sich dieser höchst produktiven Zeit in Goldbergs intellektueller Biografie. Das Buch zeigt auf, dass im Zentrum der frühen Werke Lea Goldbergs eine systematische Auseinandersetzung mit Europa steht. In Goldbergs Texten, so die These Natasha Gordinskys, wird Europa in einem doppelten Sinne befragt: als ein geopolitischer Raum, der zwischen zwei totalitären Regimen – Nazismus und Stalinismus – zerrissen wird, und als literarischer Kanon, an den sie bevorzugt durch einen Rückgriff auf die deutsche und russische Literatur anknüpft. Dabei spielen Goldbergs eigene Erfahrungen im Ersten Weltkrieg in Balashow (Provinz Saratow) und den Dreißigerjahren während ihres Studiums in Berlin und Bonn eine besondere Rolle; sowohl für ihre politisch-kulturellen Reflexionen als auch für deren poetische Verschriftlichung in literarischen Werken. So wird die hebräische Sprache bei Lea Goldberg zum poetischen Mittel der Übertragung und Aufbewahrung der europäischen Literatur.