Leipziger Beiträge Band 4 (2006)

Bausteine einer

jüdischen Geschichte der

Universität Leipzig

 

Herausgegeben von
Stephan Wendehorst

Mit einem Vorwort von Dan Diner

 

Leipzig: Universitätsverlag, 2006

614 Seiten

ISBN 978-3-86583-106-4

Preis: 62,00 € (D)

  

 

 

 

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Der aktuelle Band der »Leipziger Beiträge zur Jüdischen Geschichte und Kultur« ist den jüdischen Anteilen der Leipziger Universitätsgeschichte gewidmet. Einerseits orientiert sich dieses Vorhaben am heranrückenden 600-jährigen Gründungsjubiläum der Universität im Jahre 2009; andererseits gilt es auch jenseits des gegebenen Anlasses, durch die Rekonstruktion jüdischer Präsenz an der Universität Leipzig, Bausteine für eine künftig zu unternehmende Geschichtsschreibung über das akademische Judentum in Deutschland beizusteuern.

 
Eine akademische Geschichte der Juden an deutschen und deutschsprachigen Universitäten ist zum Verständnis des Emanzipations- und Intergrationsgeschehens im zentraleuropäischen Kontext von außergewöhnlicher Bedeutung. Gerade die Universität symbolisiert im Kontext jüdischer Geschichtserfahrungen aufgrund ihrer korporativen Verfasstheit die im Verlauf des Prozesses nationalstaatlicher Angleichungen erwachsene paradoxe Verschränkung von Inklusion und Exklusion. Juden, die ihrerseits korporativ verfassten Lebenswelten erwachsen waren, konnten an Universitäten mancherorts früher als in anderen Bereichen der sich ausbildenden bürgerlichen Gesellschaft zu Teilhabe gelangen. Ebenso konnten sie aber an der Alma Mater der dort geltenden korporativen Ordnung wegen auch leichter ausgeschlossen werden. Jedenfalls erlauben gerade die Paradoxien der universitären Korporation perspektivisch einen tiefen Einblick in die filigranen Verästelungen langsamer prozessualer Akzeptanz, aber auch des Ausschlusses in den für Phasen des Übergangs charakteristischen komplexen Lagen von Vereinheitlichung und Differenz.

 

Die 24 Beiträge des Bandes thematisieren sowohl einzelne Biographien und Fächer als auch Epochen der jüdischen Universitätsgeschichte am Beispiel der akademischen Welt in Leipzig. Er enthält Aufsätze über Professoren, Studenten und universitäre Einrichtungen, über die Bedeutung Leipzigs für Martin Buber und Schmuel Josef Agnon und über die Hebraica-Sammlung der Albertina. Weitere Beiträge informieren über die Orientalisten Julius Fürst, Benno Landsberger und Heinrich Leberecht Fleischer, über den Germanisten Georg Witkowski und über den Philosophen Josef Burg – um nur einige wenige Beispiele zu nennen.

 

Mit Beiträgen von: Yaakov Ariel, Uwe Backes, Anja Becker, Nicolas Berg, Jens Blecher, Tobias Brinkmann, Abraham David, Detlev Döring, Arndt Engelhardt, Sharon Gordon, Johannes Graul, Steffen Held, Thomas Henne, Omar Kamil, Yvonne Kleinmann, Anke Költsch, Anna Lux, Joachim Oelsner, Holger Preißler, Helmut Rechenberg, Gideon Reuveni, Dirk Rupnow, Miriam Rürup, Carsten Schapkow, Katharina Vogel, Henry Wassermann, Stephan Wendehorst, Gerald Wiemers

 

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