Simon-Dubnow-Institut
für jüdische Geschichte und Kultur an der universität Leipzig

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2018/19

Master Geschichte, Schwerpunktmodul 03-HIS-0410 »Europäische Geschichte der Juden«

Zum Modul gehören ein Seminar und zwei Übungen, die entsprechend kombiniert werden können (ein Seminar und Übung 1 oder Übung 2; insgesamt 4 SWS).

 

Die Veranstaltungen bilden das Modul »Europäische Geschichte der Juden« (03-HIS-0410) im Studiengang Master of Arts »Mittlere und Neuere Geschichte« am Historischen Seminar. Zum Modul gehören ein Seminar und zwei Übungen, die aus dem Angebot entsprechend kombiniert werden; insgesamt 4 Semesterwochenstunden. Die Lehrveranstaltungen sind geöffnet für Studierende des Masterstudienganges »European Studies« des Instituts für Kulturwissenschaften, der Buchwissenschaft und nach Absprache der Juristenfakultät der Universität Leipzig. Zudem sind die Lehrveranstaltungen Teil des Lehrangebots für Studierende des Masterstudienganges »Geschichte und Politik des 20. Jahrhunderts« an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

 

Politisch-theologisches Denken in Amerika – Horace Kallen und Mordecai Kaplan

 

Dozent: Imanuel Clemens Schmidt, M.A.

Seminar

Zeit: Dienstag, 11:15-12:45 Uhr (2 SWS)

Ort: Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow, Goldschmidtstr. 28

Beginn der Lehrveranstaltung: Montag, 16. Oktober 2018

 

Beschreibung: Der Lektürekurs nimmt die Schriften zweier bedeutender amerikanisch-jüdischer Denker des 20. Jahrhunderts in den Blick. Auf den Sozialphilosophen Horace M. Kallen (1882–1974) geht das während des Ersten Weltkriegs entwickelte Konzept des kulturellen Pluralismus zurück, das dieser in den 1950er Jahren als amerikanische Zivilreligion präsentierte. Zahlreiche Analogien zu Kallen finden sich im Werk des Rabbiners und Philosophen Mordecai M. Kaplan (1881–1983), der die Bewegung des »Reconstructionism« begründet hat und das Judentum als eine in beständigem Wandel begriffene religiöse Zivilisation beschrieb. Das Seminar möchte die Ideen von Kallen und Kaplan in ihrer Verwandtschaft und ihren gemeinsamen Entstehungskontexten, etwa innerhalb des Menorah Journal, sowie mit Blick auf unterschiedliche Zeiträume amerikanisch-jüdischer Geschichte betrachten. Insbesondere die Schriften Kallens eignen sich, um den Wandlungen jüdischer Selbstverständnisse und Erfahrungskontexte anhand von Kontinuitäten und Transformationen seiner Pluralismuskonzeption bis in die frühen 1970er Jahre hinein nachzuspüren. Nicht zuletzt gilt es zu diskutieren, inwieweit der Begriff der politischen Theologie mit Blick auf amerikanisch-jüdisches Denken im 20. Jahrhundert im Vergleich mit europäischen Denktraditionen trägt.

 

Literatur: Jacques Picard, Horace Kallen (1882–1974), Pragmatic Modernism, in: idem et al. (Hg.), Makers of Jewish Modernity, Thinkers, Artists, Leaders, and the World They Made, Princeton, N.J./Oxford 2016, 220–232; Daniel Greene, Art. »Pluralismus«, in: Enzyklopädie jüdischer Geschichte und Kultur, hg. von Dan Diner, Bd. 4, Stuttgart/Weimar 2013, 567–572; Mel Scult, The Radical American Judaism of Mordecai M. Kaplan, Bloomington, Ind., 2014; Noam Pianko, Zionism and the Roads Not Taken, Rawidowicz, Kaplan, Kohn, Bloomington, Ind., 2010, 26–59 (zu Kallen) und 95–133 (zu Kaplan).

 

Seminartexte werden in Form eines Readers zur Verfügung gestellt.

 

Die Teilnehmerzahl ist auf 20 begrenzt. Voraussetzung der Teilnahme ist die Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Texte und zur Übernahme eines Referats.

 

Geöffnet für Seniorenstudium: nein

 

 

International Law and Human Rights in Jewish History

 

Dozent: Dr. Rotem Giladi

Übung 1

Termine als Blockveranstaltung:

Montag, 22.10.2018, 15:15 – 18:45 Uhr

Montag, 10.12.2018, 15:15 – 18:45 Uhr

Freitag, 14.12.2018, 13:15 – 16:45 Uhr

Samstag, 15.12.2018, 11:15 – 14:45 Uhr

Montag, 07.01.2019, 15:15 – 18:45 Uhr

Freitag, 11.01.2019, 13:15 – 16:45 Uhr

Samstag, 12.01.2019, 11:15 – 14:45 Uhr

Ort: Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow, Goldschmidtstr. 28

Beginn der Lehrveranstaltung: 22. Oktober 2018

 

Beschreibung: This course explores the lives, work, and writings of Jewish international lawyers and human rights activists from the end of the 19th Century to the 1960s. Its starting point is the evident impact of Jewish scholars on modern international law and human rights. After all, international law was traditionally considered the »product of European Christian civilization«. Moreover, international law was something that was reserved, in theory and practice, for sovereign states alone. This begs additional questions: why would a stateless people display an interest in this liberal-cosmopolitan project? What promise of emancipation did they see in international treaties and organisations such as the League of Nations and the United Nations? And how have the Holocaust and the establishment of a Jewish state affected these perspectives?

 

The course is open to students of history, law, and political science. It requires, however, no prior knowledge in either field.

 

Literatur: James Loeffler’s Rooted Cosmopolitans: Jews and Human Rights in the Twentieth Century (Yale University Press 2018) covers some persons, institutions, or events explored in this course. Students are required to read, for each class, a pre-assigned article or book chapter. Class work will be dedicated to close readings of pre-assigned primary sources: letters, memoranda etc. A course reader will be distributed in advance.

 

Die Teilnehmerzahl ist auf 25 begrenzt. Voraussetzung der Teilnahme ist die Bereitschaft zur Lektüre und Mitarbeit in englischer Sprache.

 

Geöffnet für Seniorenstudium: nein

 

Jüdische Geschichte in der Allgemeinen Geschichte. Zur Dauerausstellung des Deutschen Historischen Museums

 

Dozenten: Prof. Dr. Raphael Gross, Fritz Backhaus

Übung 2

Termine als Blockveranstaltung: 
Freitag, 02.11.2018, 10:00 bis 17:00 Uhr
Donnerstag, 24.01.2019, 10:30 bis 17:00 Uhr
Freitag, 25.01.2019, 10:30 bis 14:00 Uhr

Ort: Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow, Goldschmidtstr. 28

Beginn der Lehrveranstaltung: 02.11.2018

 

Beschreibung: Das Deutsche Historische Museum stellt in seiner Dauerausstellung deutsche Geschichte vom Mittelalter bis zum Fall der Mauer dar. Deutsch-jüdische Geschichte bildet dabei bisher nur eine Marginalie und beschränkt sich vor allem auf die Verfolgung während des Nationalsozialismus. Das Seminar analysiert die aktuelle Darstellung und geht der Frage nach, wie in der neuen Ausstellungskonzeption das Thema jüdische Geschichte als Teil der allgemeinen Geschichte angemessen präsentiert werden kann. Als Museum mit dem Auftrag, die Geschichte in ihrer Ganzheit zu behandeln, wird auch dieser Aspekt vor dem Hintergrund des Holocaust in der zukünftigen Dauerausstellung auf neue Weise dargestellt werden. Im Seminar wollen wir uns über die möglichen Themen und Objekte, den Einsatz von Medien und insgesamt visuelle Präsentation Gedanken machen, die in die Diskussionen um die Vorbereitung der Ausstellung einfließen sollen.

 

Literatur: Hans Ottomeyer/Hans-Jörg Czech (Hgg.), Deutsches Historisches Museum, Deutsche Geschichte in Bildern und Zeugnissen, Darmstadt 2015; Christoph Stölzl (Hg.), Deutsches Historisches Museum, Ideen, Kontroversen, Perspektiven, Frankfurt a. M./Berlin 1988; Leonore Koschnick (Hg.), Deutsches Historisches Museum Berlin. Prestel Museumsführer, München et al. 2014; Cilly Kugelmann, Art. »Museen«, in: Enzyklopädie jüdischer Geschichte und Kultur, hg. von Dan Diner, Bd. 4, Stuttgart/Weimar 2013, 274–279 (mit weiterer Literatur).

 

Die Teilnehmerzahl ist auf 20 begrenzt. Voraussetzung zur Teilnahme ist die Bereitschaft zur Übernahme eines Kurzreferats. Themen dazu werden in einer Einführungssitzung am 02.11.2018 vergeben.

 

Geöffnet für Seniorenstudium: nein

 

Einschreibemodalitäten: Siehe zentralen Termin des Historischen Seminars.

 

Prüfungsleistungen: Klausur 90 Min., Prüfungsvorleistung: Referat (20 Min.) mit schriftlicher Ausarbeitung (4 Wochen) im Seminar

 

 

Bachelor of Arts Geschichte/Master of Arts Mittlere und Neuere Geschichte, 03-HIS-0312/03-HIS-0511, offen für Wahlbereich

Grundprobleme der jüdischen und allgemeinen Geschichte der Neuzeit

 

Sprachkritik als Geschichtsreflexion im frühen 20. Jahrhundert

 

Dozenten: Dr. Nicolas Berg, Dr. Elisabeth Gallas

Kolloquium

Zeit: Donnerstag, 17:15–18:45 Uhr (vierzehntäglich)

Ort: Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow, Goldschmidtstr. 28

 

Beschreibung: Das Kolloquium nähert sich der Sprachkritik auf grundsätzliche Weise: Im Schnittbereich von politischer Zeitdiagnostik und allgemeiner philosophischer Essayistik bildet sie im frühen 20. Jahrhundert eine regelrechte wissenssoziologische Disziplin aus, die mit Sprachwissenschaft im engeren Sinne kaum etwas zu tun hat; vielmehr entwirft sie im Rekurs auf Sprache ein skeptisches Geschichtsbild. Ob sich hier ein eigenständiges Untergenre von Geschichtsphilosophie zu erkennen gibt, das als Sprachdenken sichtbar wird, ist die Leitfrage des Kolloquiums. Sie ist verknüpft mit der Tatsache, dass sich im klassischen Kanon der modernen Sprachkritik mit Autoren wie M. Lazarus, H. Steinthal, F. Mauthner, G. Landauer, K. Kraus, L. Wittgenstein und W. Benjamin auffällig viele jüdische Intellektuelle finden. Die vorgesehenen Vorträge verfolgen die These, dass sich für jüdische Gelehrte und Intellektuelle im frühen 20. Jahrhundert Sprachreflexionen besonders anboten, um die bedrohliche Seite der Moderne in Worte zu fassen und damit gleichzeitig Fragen von Zugehörigkeit und Selbstverständnis zu erörtern. Die Veranstaltung bietet die Möglichkeit, über beides nachzudenken: Über einzelne Argumente der frühen Sprachkritik im Speziellen wie über das im Rückblick beeindruckende Vertrauen darauf, mit dem Nachdenken über die Gefahren falscher Sprache eine prekär gewordene politische Gegenwart reformieren zu können im Allgemeinen.

 

Geöffnet für Seniorenstudium: ja

 

Informationen zu Terminen und Vortragenden finden Sie hier.

 

 

Einschreibung: Siehe zentralen Termin des Historischen Seminars oder Anmeldung per E-Mail bei Marion Hammer (Sekretariat).  

 

Prüfungsleistungen: Projektarbeit (6 Wochen) mit Präsentation (20 Min.)