Simon-Dubnow-Institut
für jüdische Geschichte und Kultur an der universität Leipzig

Forschungsprojekt zu Jakob Moneta

Gewerkschafter, Journalist, Trotzkist.

Leben und Lebensdeutung von Jakob Moneta (1914–2012)

 

Das Projekt untersucht das Leben und die Lebensdeutung des jüdischen Gewerkschafters und Sozialisten Jakob Moneta (1914–2012). Als Vermittlerfigur zwischen politischen Generationen und über nationale Grenzen hinweg, nahm Moneta eine bedeutende Rolle in der bundesrepublikanischen Linken ein. Im Fokus der Studie steht der erinnerungsgeschichtliche Zugriff auf eine »gebrochene« Geschichte der Arbeiterbewegung, deren universalistisches Emanzipationsversprechen Moneta über die Gewalterfahrungen im »Zeitalter der Extreme« hinweg zu retten versuchte. Ausgehend von seiner Biografie arbeitet die Studie Brüche und Kontinuitäten in Monetas politischen Wirken heraus, etwa hinsichtlich der Erfahrung antisemitischer Verfolgung in Polen, seiner Politisierung in der Weimarer Republik, seiner Zeit im Kibbuz in Palästina sowie seiner gewerkschaftlichen Arbeit und antikolonialen und internationalistischen Solidarität. Hieran anknüpfend soll eine detaillierte gedächtnisgeschichtliche Analyse die sozialistische Traditionslinie Monetas erfassen und die darin enthaltenen epistemologischen Gewissheiten angesichts der Gewaltdimensionen des 20. Jahrhunderts beleuchten. So kann an Monetas Lebenserzählung exemplifizert werden, wie sich die Wirkmächtigkeit historischer Narrative der Arbeiterbewegung in ihren zeitlichen Abhängigkeiten konstituierten und transformierten.

 

Das Projekt ist Teil der von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Forschergruppe »Eine neue Geschichte der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung«.