BMBF-Projekt im Simon-Dubnow-Institut

Kommunikationsräume des Europäischen.

Jüdische Wissenskulturen jenseits des Nationalen

 

Das Projekt, das vom 1. Februar 2007 bis 31. März 2010 durchgeführt wurde, befasste sich mit den transnationalen Kommunikationsformen jüdischer Wissenskulturen im 19. und 20. Jahrhundert. Ausgehend vom diasporischen Charakter jüdischer Lebenswelten untersuchten Historiker, Judaisten, Soziologen, Didaktiker und Museologen aus interdisziplinärer Perspektive die transterritorialen Netzwerke jüdischer Lebenswelten. Sie beschäftigten sich damit, wie jüdische Lebenswelten Wissen über Distanzen, Räume und kulturelle Grenzen hinweg transportierten und auf welche Weise jüdischen Wissenskulturen das Europäische gleichsam eingeschrieben war. Das Europäische wurde dabei nicht als ein feststehender Ort, als eine homogene Einheit oder als ein abgrenzbares Territorium angesehen; vielmehr sollte die Perspektive jüdischer Wissenskulturen den Blick auf das Europäische schärfen: auf all jene Attribute, die die Überwindung von räumlicher, religiöser und kultureller Enge betreffen. Das Ziel des Projekts war es, durch das Besondere jüdischer Wissenskulturen das Allgemeine des Europäischen zu verstehen.

  

Das Simon-Dubnow-Institut koordinierte dieses vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Verbundprojekt. Es kooperierte dabei mit dem Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts, mit dem Jüdischen Museum Frankfurt am Main und dem Zentrum für Lehrerbildung und Schulforschung an der Universität Leipzig. So wurde die wissenschaftliche Forschung mit didaktischer Arbeit und Öffentlichkeitsarbeit verbunden. Insgesamt wurden an den beteiligten Institutionen sieben Einzelprojekte bearbeitet; dabei entstanden mehrere Monografien, eine Ausstellung, eine Website sowie Materialien für den Schulunterricht. Ein Sammelband mit 15 Einzelbeiträgen, der wesentliche Ergebnisse des Verbundprojekts präsentiert, wird derzeit zur Drucklegung vorbereitet.

 

Hier gelangen Sie zur Website des abgeschlossenen Projekts. Die Präsentation gibt den Stand von März 2010 wieder.  

 

Kooperationspartner waren

 

Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts

Jüdisches Museum der Stadt Frankfurt am Main

Zentrum Lehrerbildung und Schulforschung an der Universität Leipzig