Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2011/2012
Die beiden Veranstaltungen bilden das Modul »Europäische Geschichte der Juden« (03-HIS-410) im Studiengang Master of Arts »Mittlere und Neuere Geschichte« am Historischen Seminar. Die Lehrveranstaltungen sind geöffnet für Studierende des Masterstudienganges »European Studies« und der bisherigen Magister- und Lehramtsstudiengänge des Historischen Seminars und des Instituts für Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Die Lehrveranstaltungen sind offen für Studierende des Masterstudiengang »Geschichte und Politik des 20. Jahrhunderts« der Friedrich Schiller Universität Jena.
Jüdische Begriffsgeschichte der Moderne. Über Enzyklopädien und andere Textgattungen
Dozent: Prof. Dr. Dan Diner, Arndt Engelhardt
Seminar
Zeit: Freitag, 11.15–12.45 Uhr
Beginn der Lehrveranstaltung am Freitag, 14. Oktober 2011
Ort: Simon-Dubnow-Institut, Goldschmidtstr. 28
Beschreibung: Jede Enzyklopädie sammelt das Wissen ihrer Zeit in einer spezifischen kulturellen Konstellation und speichert es für zukünftige Generationen. Im Seminar wird das in der Moderne sich wandelnde Verständnis jüdischer Zugehörigkeit anhand der vergleichenden Lektüre von Texten aus jüdischen und anderen Enzyklopädien untersucht. Es gilt zunächst, die unterschiedlichen Formen der Repräsentation jüdischer Geschichte und Kultur in lexikalischen Werken kennenzulernen. Zudem sollen die zeitgebundenen Modi der Darstellung in diesen Werken und in verwandten Textgattungen nachvollzogen werden. Anhand eines Vergleichs der einzelnen Lemmata als historische Quellen soll die Entstehung einer diachronen Wissenskultur beobachtet werden. So werden spezifische Ereignisse der jüdischen Geschichte und deren Begriffe aufgesucht und in ihrer textuellen Präsenz erforscht.
Literatur: Grundlegende Texte zur Veranstaltung werden zu Beginn des Semesters in einem Semesterapparat in der Bibliothek des DI bereitgestellt.
Einschreibemodalitäten: Anmeldung bis zum 30.09.2011 unter engelhardt@dubnow.de. Die Veranstaltung ist auf 25 Teilnehmer begrenzt.
Geöffnet für Seniorenstudium: nein
Exile and Interpretation (Veranstaltung in englischer Sprache)
Dozent: Prof. Dr. David Weinstein (Wake Forest University)
Seminar
Zeit: Dienstag, 11.15–12.45 Uhr,
Beginn der Lehrveranstaltung am Dienstag, 11. Oktober 2011
Ort: Simon-Dubnow-Institut, Goldschmidtstr. 28
Beschreibung: This seminar will explore how forced exile from German-speaking Europe in the 1930s influenced the ways in which Karl Popper and Leo Strauss reconstructed the canon of political philosophy. We will pay special attention to how their exile seems to have affected their respective approaches to the interpretation of historical philosophical texts. We may also discuss Karl Löwith, Erich Auerbach and Hans Baron if time permits. – Die Lehrveranstaltung wird in englischer Sprache gehalten. Die Seminarsitzungen finden als Blockveranstaltungen von Oktober bis Dezember 2011 statt.
Literatur: Grundlegende Texte zur Veranstaltung werden zu Beginn des Semesters in einem Semesterapparat in der Bibliothek des DI bereitgestellt.
Einschreibemodalitäten: Anmeldung bis zum 30.09.2011 unter weinstein@dubnow.de. Die Veranstaltung ist auf 25 Teilnehmer begrenzt.
Geöffnet für Seniorenstudium: nein
Hebräisch säkularisieren. Zum historischen Wandel einer heiligen Sprache
Dozent: Prof. Dr. Dan Diner, Dr. Jan Eike Dunkhase
Forschungskolloquium (Spezialisierungsmodul im Bachelor of Arts »Geschichte« [03-HIS-0312] und Vertiefungsmodul Master of Arts »Mittlere und Neuere Geschichte« [03-HIS-0511])
Zeit: Donnerstag, 17.15–18.45 Uhr (vierzehntäglich)
Beginn der Lehrveranstaltung am Donnerstag, 3. November 2011
Ort: Simon-Dubnow-Institut, Goldschmidtstr. 28
Beschreibung: Das Forschungskolloquium im Wintersemester 2011/12 ist der neuzeitlichen Transformation des Hebräischen von einer rein sakralen zu einer profanen Sprache gewidmet. Der Sprachwandel war sowohl Ausdruck als auch Motor der allgemeinen Säkularisierung jüdischer Lebenswelten in der Moderne.
Frühe Spuren dieses Prozesses sind bereits im mittelalterlichen Spanien zu finden. Einen Bedeutungszuwachs jenseits der jüdisch-religiösen Sphäre erhielt die Sprache in der frühen Neuzeit durch die christlich-humanistische Hebraistik. Entscheidende Impulse erfolgten seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert durch die Haskala. Vollends zum Durchbruch gelangte die Profanierung des Hebräischen im Zuge der jüdischen Nationsbildung in der Moderne. Zugleich hielten damit sakral imprägnierte Elemente und Bedeutungsschichten der Sprache Einzug in den politischen Diskurs des entstehenden Staates Israel.
Die Dialektik dieses Sprachwandels soll aus unterschiedlichen kulturhistorischen Perspektiven ausgeleuchtet werden. Die thematische Streuung von Beiträgen aus Sprach-, Literatur- und Geschichtswissenschaft reflektiert die raum-zeitliche Disparität des Gegenstands.






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