Kolloquium
Das Forschungskolloquium findet während des Semesters donnerstags meist vierzehntägig als Teil des Lehrangebots der Universität Leipzig statt. Es steht in jedem Semester unter einem anderen Leitthema, welches jeweils einen Arbeitschwerpunkt des Instituts spiegelt. Die öffentlichen Vorträge werden in der Regel von auswärtigen Referentinnen und Referenten gehalten.
Sommersemester 2010
Erfahrung und Erkenntnis – Gedächtnisgeschichte des Holocaust in der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung
Dozenten: Prof. Dr. Dan Diner / Dr. Jan Gerber
Zeit: Donnerstag, 18–20 Uhr, vierzehntäglich
Ort: Simon-Dubnow-Institut, Goldschmidtstr. 28
Das Forschungskolloquium befasst sich mit Fragen des Geschichtsverständnisses herausragender Personen und Personengruppen aus dem Milieu der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung angesichts des Holocaust – genauer: in der Zeit danach. Dabei wird von der begründeten Annahme ausgegangen, dass, obwohl die organisierte Arbeiterbewegung wie die Juden von den Nazis als Opfer ausersehen waren, beträchtliche Unterschiede zwischen politischen Opfern und Opfern der bloßen Herkunft wegen bestanden. Dies mochte dazu geführt haben, dass gerade die politischen Opfer die andere Dimension des Nazismus, die in die grundlose Vernichtung führte, nicht wahrnehmen konnten, jedenfalls sich dahingehend erhebliche Barrieren der Erkenntnis auftürmten. Hinzu tritt der Umstand, dass der im Marxismus – aber nicht nur dort – angelegte Fortschrittsoptimismus und die soziale Semantik der Welterklärung durch das Ereignis massiv beeinträchtigt worden waren. Die Reaktionen darauf waren zwar verschieden, lassen aber erhebliche Gemeinsamkeiten erkennen. Diese vor dem Hintergrund der Ereignisgeschichte der 1950er und 1960er Jahre wie auch der Gedächtnisgeschichte vornehmlich der Zwischenkriegszeit zum Gegenstand zu machen, ist das Ziel des Forschungskolloquiums.
Weitere Informationen zu Referenten und Vorträgen werden in Kürze bekanntgegeben.
Kontakt: info[at]dubnow.de, Tel. 0341-2173550






Druckversion