Dr. Nicolas Berg
Zur Person
Promotion (Neuere und Neueste Geschichte, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg/Breisgau 2001). 1997 Praktikum am Fritz Bauer Institut (Frankfurt/M.), 1996–1999 Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes (Bonn). 2000–2001 Wiss. Mitarbeiter am Historischen Seminar der Universität Freiburg. Seit 2001 Wiss. Mitarbeiter am Simon-Dubnow-Institut, seit November 2003 in leitender Position; Lehrtätigkeit am Historischen Seminar der Universität Leipzig seit 2002.
Im Mai 2004 wurde im Internet-Portal „H-Soz-u-Kult” bei der Wahl „Das Historische Buch 2003” seine Promotion „Der Holocaust und die westdeutschen Historiker. Erforschung und Erinnerung” (Göttingen 2003) auf den ersten Platz in der Kategorie „Publikumspreis” und auf den dritten Platz in der Kategorie „Zeitgeschichte” gewählt.
Forschungsprojekt
Kritik des völkerpsychologischen Diskurses in der deutschsprachigen Nationalökonomie im 19. und frühen 20. Jahrhundert
Forschungsschwerpunkte
- Historiographiegeschichte (Schwerpunkte: Deutsche Geschichtswissenschaft 19./20. Jh., jüdische Historiker)
- Allgemeine Wissenschaftsgeschichte
- Formen des Antisemitismus
- Gedächtnisgeschichte
Publikationen
Monographien
Luftmenschen – Zur Geschichte einer Metapher ( = Toldot – Essays zur jüdischen Geschichte und Kultur, Bd. 3) Göttingen 2008
Der Holocaust und die westdeutsche Geschichtswissenschaft. Erforschung und Erinnerung, Göttingen 1. und 2. Aufl. 2003 (= Moderne Zeit. Neue Forschungen zur Gesellschafts- und Kulturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, hrsg. von Ulrich Herbert und Lutz Raphael, Bd. 3); 3. durchgesehene u. mit einem Register versehene Aufl. 2004.
(Hg.), Kapitalismusdebatten um 1900. Über antisemitisierende Semantiken des Jüdischen, Leipzig (= Leipziger Beiträge zur jüdischen Geschichte und Kultur, hg. von Dan Diner, Bd. 6) [im Druck].
(Hg., mit Dirk Rupnow), "Judenforschung" - Zwischen Wissenschaft und Ideologie, Schwerpunkt in: Jahrbuch des Simon-Dubnow-Instituts/Simon Dubnow Institute Yearbook 5 (2006), 257-598.
(Hg. mit Bernd Stiegler und Jess Jochimsen), Shoah. Formen der Erinnerung. Geschichte, Philosophie, Literatur, Kunst, München 1996.
Aufsätze
Joseph Wulf – A Forgotten Outsider Among Holocaust Scholars, in: David Bankier/ Dan Michman (Hg.), Holocaust Historiography in Context. Emergence, Challenges, Polemics and Achievements, Jerusalem 2008, S. 167–206.
Zeitgeschichte und generationelle Deutungsarbeit, in: Norbert Frei (Hg.), Martin Broszat, der „Staat Hitlers“ und die Historisierung des Nationalsozialismus, Göttingen (Wallstein) 2007, 161–180
Was bedeuten Marc Chagalls 'Fliegende Menschen'? Bemerkungen zu Metaphern des 'schwebenden Judentums', in: Mike Schmeitzner, Heinrich Wiedemann (Hg.), Mut zur Freiheit: Ein Leben voller Projekte. Festschrift für Wolfgang Marcus zum 80. Geburtstag, Münster, Hamburg, Berlin u.a. (Lit-Verlag) 2007, 433–440.
„Phantasie der Bürokratie“ – Raul Hilbergs Pionierstudie zur Vernichtung der europäischen Juden, in: Jürgen Danyel/Jan-Holger Kirsch/Martin Sabrow (Hg.), 50 Klassiker der Zeitgeschichte, Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht) 2007, 71–75.
Preußen – Ein ‚Lieux de mémoire’ der deutschen Geschichtsschreibung zwischen Weimar und Bonn, in: Frank Hadler/Matthias Mesenhöller (Hg.), Vergangene Größe und Ohnmacht in Ostmitteleuropa: Repräsentation imperialer Erfahrungen in der Historiographie seit 1918, Leipzig (Akademische Verlagsanstalt) 2007 ( = Geschichtswissenschaft und Geschichtskultur im 20. Jahrhundert, Bd. 20), 171–195.
(zusammen mit Arndt Engelhardt und Anna Lux): Jüdische Teilhabe und antisemitischer Ausschluss – Zum Problem des Konzepts ‚Nationalliteratur’ am Beispiel der Leipziger Germanistik, in: Bausteine einer jüdischen Geschichte der Universität Leipzig, hrsg. im Auftrag des Simon-Dubnow-Instituts von Stephan Wendehorst, Leipzig 2006 (= Leipziger Beiträge zur jüdischen Geschichte und Kultur, Bd. 4), 389–423.
Ökonomie und Kollektivität: Fragen zur Metaphorisierung von Judentum in nationalökonomischen Schriften um 1900, in: Raphael Gross/Yfaat Weiss (Hg.), Jüdische Geschichte als allgemeine Geschichte. Festschrift für Dan Diner zum 60. Geburtstag, Göttingen (Verlag Vandenhoeck & Ruprecht) 2006, 49–75
The Holocaust and the West German Historians: Historical Research and Memory, in: Moshe Zimmermann (Hg.), On Germans and Jews under the Nazi Regime. Essays of three Generations of Historians. A Festschrift in Honour of Otto Dov Kulka, Jerusalem (The Hebrew University Magnes Press) 2006, 85–103
Goethe und Friederike in Sesenheim – Zur historischen Wirkungsgeschichte eines deutschen Erinnerungsortes im Elsass, in: Susanne Kuss/Heinrich Schwendemann (Hg.), Der Zweite Weltkrieg in Europa und Asien: Grenzen – Grenzräume – Grenzüberschreitungen. Festschrift für Bernd Martin zum 65. Geburtstag, Freiburg (Rombach-Verlag) 2006, 289–313
(zusammen mit Dirk Rupnow): Einleitung: `Judenforschung´ – Wissenschaft und Ideologie von der Jahrhundertwende bis zum Nationalsozialismus, in: Jahrbuch des Simon-Dubnow-Instituts/Simon-Dubnow-Institute Yearbook 5 (2006), 301–312
Zwischen Legende und Erfahrung: Die „Stunde Null”, in: Kriegsende in Deutschland. Mit einer Einleitung von Ralph Giordano, Hamburg 2005, 206–213.
Bilder von „Luftmenschen” – Über Metapher und Kollektivkonstruktion, in: Dan Diner (Hg.), Synchrone Welten. Zeitenräume jüdischer Geschichte, Göttingen 2005 (= „Toldot” – Essays zur jüdischen Geschichte und Kultur, Bd. 1), 199–224.
Hidden Memory and Unspoken History: Hans Rothfels and the Post-War Refoundation of German Contemporary Historical Studies, in: Leo Baeck Institute Yearbook 49 (2004), 195–220.
(zusammen mit Dan Diner), Nachwort zur Neuausgabe, in: Peter Pulzer, Die Entstehung des politischen Antisemitismus in Deutschland und Österreich 1867–1914. Vom Autor durchgesehene und um einen Forschungsbericht erweiterte Neuausgabe, Göttingen 2004, 333–338.
Historiographiegeschichte und ihre Kontexte: Zur Kritik an ‚Der Holocaust und die westdeutschen Historiker – Erforschung und Erinnerung’ [18 S.], in: H-Soz-u-Kult, 3.3.04 (http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/forum/id=439&type=diskussionen)
Badacz holocaustu Joseph Wulf i jego dzieło o unicestwieniu getta warszawskiego / Der Holocaustforscher Joseph Wulf und sein Buch über die Vernichtung des Warschauer Ghettos [deutsch und in polnischer Übersetzung], in: Bernd Martin/Arkadiusz Stempin (Hg.), Deutschland und Polen in schweren Zeiten 1933–1990 / Niemcy i Polska w trudnych latach 1933–1990, Poznan/Freiburg 2004, 191–204 und 205–218.
Intellektuelle Distanzen: Versuch über Gottfried Benn, Peter de Mendelssohn und die Frage nach dem Gegenteil von Gedächtnis, in: Freiburger Literaturpsychologische Gespräche. Jahrbuch für Literatur und Psychoanalyse, Bd. 23 (2004), 111–124.
Formen der Verdrängung. Zur intellektuellen Marginalisierung des Holocaust in Deutschland nach 1945, in: Transversal. Zeitschrift des Centrums für Jüdische Studien 4 (2003), H. 2, 79–103.
Eine deutsche Sehnsucht. Die Entlastungsstrategie ist nicht neu: Seit 1945 gibt es den Versuch, neben die Verbrechen der Nazis die Leiden des deutschen Volkes zu stellen, in: Die ZEIT, Nr. 46 vom 6. November 2003.
Ein Außenseiter der Holocaustforschung: Joseph Wulf (1912–1974) im Historikerdiskurs der Bundesrepublik, in: Leipziger Beiträge für jüdische Geschichte und Kultur 1 (2003), 311–346 [dass. übersetzt ins Hebräische, in: Gilad Margalit/Yfaat Weiss (Hg.), Memory and Amnesia. The Holocaust in Germany, Jerusalem 2005, 66-107].
The Invention of „Functionalism“. Josef Wulf, Martin Broszat, and the Institute for Contemporary History (Munich) in the 1960s, Yad Vashem Search and Research (Lectures and Papers IV), Jerusalem 2003 [38 S.]
Lesarten des Judenmords, in: Ulrich Herbert (Hg.), Wandlungsprozesse in Westdeutschland. Belastung, Integration, Liberalisierung, Göttingen (Wallstein-Verlag) 2002 (= Moderne Zeit. Neue Forschungen zur Gesellschafts- und Kulturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, hrsg. von Ulrich Herbert und Lutz Raphael, Bd. 1), 91–139.
(zus. mit Anke Hilbrenner) Der Tod Simon Dubnows in Riga 1941 – Quellen, Zeugnisse, Erinnerungen, in: Jahrbuch des Simon-Dubnow-Instituts/Simon-Dubnow-Institute Yearbook 1 (2002), 457–471.
Perspektivität, Erinnerung und Emotion. Anmerkungen zum „Gefühlsgedächtnis“ in Holocaustdiskursen, in: Gerald Echterhoff/Martin Saar (Hg.): Kontexte und Kulturen des Erinnerns. Maurice Halbwachs und das Paradigma des kollektiven Gedächtnisses, Konstanz (Universitäts-Verlag) 2002, 225–251.
Die Lebenslüge vom Pathos der Nüchternheit. Subjektive jüdische Erinnerung und objektive deutsche Zeitgeschichtsforschung? Joseph Wulf, Martin Broszat und das Institut für Zeitgeschichte in den sechziger Jahren, in: Süddeutsche Zeitung (München), Nr. 163 vom 17. Juli 2002.
Der Holocaust in der Geschichtswissenschaft. Kontroversen und Fragestellungen seit dem „Historikerstreit“, in: Norbert Frei/’Sybille Steinbacher (Hg.), Beschweigen und Bekennen. Die deutsche Nachkriegsgesellschaft und der Holocaust, Göttingen (Wallstein-Verlag) 2001, 103–126.
Zwischen individuellem und historiographischem Gedächtnis: Der Nationalsozialismus in Autobiographien deutscher Historiker nach 1945, in: BIOS. Zeitschrift für Biographieforschung und Oral History 13 (2000), Heft 2, 181–207.
„Auschwitz“ und die deutsche Geschichtswissenschaft. Überlegungen zu Kontroversen der letzten Jahre, in: Berg/Jochimsen/Stiegler (Hg.), Shoah. Formen der Erinnerung. Geschichte, Philosophie. Literatur. Kunst, München (Fink) 1996, 31–52.






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